"Die Linke" PDS-Vizechefin Kipping will Frau an der Spitze

Die stellvertretende Vorsitzende der Linkspartei.PDS, Katja Kipping, fordert im Interview mit dem SPIEGEL eine Frau an die Spitze der vereinigten Linken. Sie habe die Hoffnung, dass dafür 2008 Lothar Bisky oder Oskar Lafontaine den Weg frei machen werde.


Frankfurt/Main - Am kommenden Wochenende wollen sich die Linkspartei.PDS und die Wahlalternative Arbeit und Soziale Gerechtigkeit (WASG) in Berlin offiziell zur neuen gemeinsamen Partei "Die Linke" vereinigen. Dabei sollen der 65-jährige bisherige PDS-Chef Bisky und für die WASG der 63 Jahre alte Bundestagsfraktionschef Lafontaine zu gleichberechtigten Vorsitzenden gewählt werden.

Die stellvertretende Vorsitzende der Linkspartei.PDS, Katja Kipping: "Wir haben tatsächlich in dieser Gesellschaft ein Problem des Patriarchats"
DDP

Die stellvertretende Vorsitzende der Linkspartei.PDS, Katja Kipping: "Wir haben tatsächlich in dieser Gesellschaft ein Problem des Patriarchats"

"Wir haben tatsächlich in dieser Gesellschaft ein Problem des Patriarchats", sagte die 29-jährige Kipping dazu im SPIEGEL. Das sei aber kein Problem, das die Linkspartei allein habe. "Bisky, Lafontaine und Gregor Gysi haben allerdings Großes geleistet. Ich finde, dass sie dem noch die Krone aufsetzen würden, wenn sie dafür sorgen, dass es in spätestens einem Jahr einen Wechsel in der Führung gibt", fügte Kipping hinzu. Ob die Herren die Größe dazu haben, werde sich zeigen, so Kipping. In der Fraktion oder in der Partei müsse eine Frau die Linke repräsentieren.

WASG-Fraktionschef Lafontaine selbst zog im Gespräch mit der "Märkischen Allgemeinen" eine positive Bilanz des Parteibildungsprozesses. "Wir haben ja Erfolg, wir verändern die Politik", wird der Berliner Fraktionschef zitiert. Als Beispiele nannte er, dass die SPD-Linke die Rente mit 67 in Frage stelle, die Grünen vom Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr abrückten und die CDU die Bezugsdauer des Arbeitslosengelds verlängern wolle. Zugleich kündigte Lafontaine an, die neue gesamtdeutsche Linkspartei werde verstärkt auf innerparteiliche Demokratie setzen und wichtige Entscheidungen per Mitgliederbefragung treffen.

anr/AP



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