Linkspartei Wagenknecht tritt vor Sommerpause als Fraktionschefin ab

Linken-Chefin Sahra Wagenknecht zieht sich früher aus der Fraktionsspitze zurück, als zunächst erwartet. Noch vor der Sommerpause soll ein neuer Vorstand gewählt werden.

Sahra Wagenknecht
Stefanie Loos/REUTERS

Sahra Wagenknecht


Eigentlich wollte Linken-Chefin Sahra Wagenknecht die Linksfraktion im Bundestag noch bis Herbst führen. Nun will sie ihren Vorsitzenden-Job noch im Juni aufgeben. Jan Korte, Parlamentarischer Geschäftsführer der Fraktion, sagte der Zeitung "taz": "Die beiden Vorsitzenden streben noch vor der Sommerpause an, den Fraktionsvorstand neu zu wählen. Die abschließende Verständigung dazu wird bei der Fraktionsvorstandssitzung am 3. Juni stattfinden." Die neue Fraktionsspitze soll in der letzten Sitzungswoche des Bundestags vor der Sommerpause Ende Juni gewählt werden.

Als möglich gilt, dass Dietmar Bartsch die Fraktion danach allein führen wird. Ambitionen werden auch Caren Lay nachgesagt. Sie gilt als Vertraute von Parteichfin Katja Kipping und könnte mit Bartsch die neue Fraktionsspitze bilden.

Gregor Gysi, Ex-Fraktionschef, sprach sich in der "taz" für Bartsch aus. "Für ein Jahr kann er das gut alleine machen, später zusammen mit einer Frau", sagte Gysi. Es sei sinnvoll, die Spitze von Fraktion und Partei 2020 zusammen neu zu bilden.

Wagenknecht hatte im März angekündigt, sich aus der Fraktionsführung zurückzuziehen und bei den nächsten Vorstandswahlen nicht wieder zu kandidieren. Ihr Mandat im Bundestag will sie aber behalten.

Als Grund für ihren Rückzug hatte Wagenknecht gesundheitliche Probleme angegeben. Im März erklärte sie, "die lange Krankheit, deren Auslöser in erster Linie Stress und Überlastung waren", hätten ihr Grenzen aufgezeigt, die sie in Zukunft nicht mehr überschreiten wolle. Inzwischen sei sie, nach zweimonatiger krankheitsbedingter Pause, aber wieder gesund, hieß es damals.

Zuvor hatte Wagenknecht in der Linksfraktion längere Zeit einen Machtkampf mit der Parteispitze um Kipping geführt. Große Teile der Fraktion waren damals gegen Wagenknecht.

asc



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