Mutmaßliche Übergriffe Vorwürfe sexueller Belästigung bei den Linken – Union fordert juristische Aufklärung

Nach einem SPIEGEL-Bericht über mutmaßliche sexuelle Übergriffe bei den Linken fordern andere Parteien die Aufklärung der Vorwürfe. Die Union dringt auf juristische Konsequenzen.
Janine Wissler und Dietmar Bartsch in Berlin

Janine Wissler und Dietmar Bartsch in Berlin

Foto: Mike Schmidt / IMAGO

Infolge eines Berichts des SPIEGEL über mutmaßliche Fälle sexueller Belästigung bei der hessischen Linke dringt die Union im Bundestag auf eine juristische Aufklärung der Vorwürfe. Die stellvertretende Fraktionschefin Andrea Lindholz (CSU) sagte der »Bild«-Zeitung, die Linkenvorsitzende Janine Wissler müsse sich fragen lassen, »ob sie alles zur Aufklärung getan hat und die richtigen Konsequenzen gezogen hat«. Die Vorwürfe von sexuellem Missbrauch und Machtmissbrauch müssten »nicht nur parteiintern, sondern auch durch Ermittlungsbehörden aufgeklärt werden«.

Zuvor hatte der SPIEGEL über Vorwürfe berichtet , dass es in der hessischen Linken über Jahre hinweg zu sexuellen Übergriffen gekommen sein soll. Zu den Beschuldigten gehört auch der ehemalige Lebensgefährte Wisslers. Der Mitarbeiter der Linken-Landtagsfraktion soll sich in den Jahren 2018 und 2019 übergriffig gegenüber einer jungen Frau aus der Partei verhalten haben.

Schwere Vorwürfe

Die heute 22-Jährige, mit der der Mann eine Affäre gehabt haben soll, wirft ihm unter anderem vor, sie als Minderjährige beim Sex gefilmt zu haben. Eines Nachts sei er zudem über den Balkon in ihre Wohnung eingestiegen. Über diese Nachstellung habe sie Wissler, damals Fraktionsvorsitzende im hessischen Landtag, bereits 2018 per Mail informiert.

Wissler erklärte zu den Vorwürfen am Wochenende: »Ich weise die Unterstellung, ich hätte bereits vor November 2021 beziehungsweise dem Jahreswechsel 2021/2022 Kenntnis über Vorwürfe von sexueller Belästigung und Machtmissbrauch gehabt, entschieden zurück.« Die Linken-Bundesvorsitzende betonte: »Es gibt nichts, was das belegt, weil es nicht so war.« Hätte sie Kenntnis von derartigen Vorwürfen gehabt, wäre sie tätig geworden. »Und ich bin sofort tätig geworden, als ich davon erfahren habe.«

col/AFP
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