Braunschweig Rechtsextreme greifen Politiker von Satirepartei an

Vor einer Kneipe in Braunschweig haben zwei Rechtsextreme ein Mitglied der Satirepartei "Die Partei" angegriffen. Passanten mischten sich ein. Ein Tatverdächtiger wurde festgenommen.
Rechtsextreme (Symbolbild): Vermehrt Demonstrationen und Infostände in der Braunschweiger Innenstadt

Rechtsextreme (Symbolbild): Vermehrt Demonstrationen und Infostände in der Braunschweiger Innenstadt

Foto: Boris Roessler/ DPA

Im niedersächsischen Braunschweig haben zwei Rechtsextreme einen Lokalpolitiker der Satirepartei "Die Partei" bedroht und geschlagen. Nach Angaben der Polizei vom Montag erlitt der 32-jährige Maximilian Hahn bei dem Vorfall in der Nacht zum Sonntag auf einer Straße einen Faustschlag ins Gesicht. Mehrere Streifenwagen waren vor Ort. Ein Verdächtiger kam in Gewahrsam. Strafverfahren wurden eingeleitet.

Nach Angaben des Braunschweiger Kreisverbands von "Die Partei" handelte es sich bei den Angreifern um eine Gruppe von Anhängern der rechtsextremen Kleinstpartei "Die Rechte". Hahn, Ratsherr und örtlicher Parteichef, sei vor einer Kneipe von diesen erkannt, daraufhin bedroht, geschubst und getreten worden. Passanten hätten sich eingemischt. Die Polizei sei sehr schnell vor Ort gewesen und habe die Personalien aufgenommen.

Die Polizei bestätigte die Beteiligung der Mitglieder von "Die Rechte" an dem Vorfall laut "Braunschweiger Zeitung " zunächst nicht. Wie die Zeitung weiter berichtet, trat die rechte Kleinstpartei allerdings in letzter Zeit vermehrt mit Infoständen und bei Demonstrationen in der Öffentlichkeit auf.

"Das offen aggressive Auftreten der Nazis ist erschreckend", teilte "Die Partei" in einem Pressestatement mit. Solche Taten machten Angst, zumal es nicht die erste Bedrohung sei. Sie werde sich aber nicht einschüchtern lassen. Das beherzte Eingreifen der Zeugen zeige, wie couragiert die Braunschweiger Zivilgesellschaft sei, heißt es in der Mitteilung weiter, Nazis hätten dort nichts zu suchen, "auch nicht nachts betrunken in Kneipenstraßen". Die satirische Partei positioniert sich immer wieder gegen Rechtsextremismus.

mfh/AFP
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