Die Woche in Bildern Rollende Elvistollen und verhinderte Wahlkämpfer

Eier für Edmund Stoiber, Sprechverbot für Slobodan Milosevic und Gerangel um einen Nato-Einsatz. Die Woche der Politik in Bildern.


Rolling words - Vier Elvis-Fans nahmen in Airlington an einer Parade zum amerikanischen Unabhängigkeitstag teil. US-Präsident George W. Bush lobte die Unabhängigkeitserklärung vom 4. Juli 1776. Auch 225 Jahren danach sei Amerika weltweit noch immer ein führendes Beispiel "der Freiheit und der Möglichkeiten". Überschattet wurden die Feiern vor der Furcht vor Anschlägen. Vor allem im Nahen Osten hatte die Regierung ihre Bürger zu besonderer Vorsicht gemahnt. Wasserdusche - Damit kein Staub aufgewirbelt werden konnte, besprühten Beamte den Sandplatz vor dem Berliner Kanzleramt. Anlass war der Empfang des rumänischen Ministerpräsidenten Adrian Nastase. Bundeskanzler Gerhard Schröder machte seinem Gast Hoffungen, dass die Visumpflicht für Rumänen bei der Einreise in die EU bis Ende des Jahres gestrichen wird. Schröder betonte, Rumänien habe deutliche Fortschritte bei der Steuerung von Migranten gemacht, so dass beide davon ausgingen, dass der EU-Ministerrat "dieses Problem lösen wird". Kleinteile - Wochenlang hat das am 1. April auf der Insel Hainan notgelandete US-Spionageflugzeug zu diplomatischen Verstimmungen zwischen Peking und Washington geführt. Erst nach elf Tagen war die 24-köpfige amerikanische Crew aus chinesischem Gewahrsam entlassen worden. Nun gab die Regierung auch den Aufklärer frei. In Einzelteile zerlegt, wurde die Maschine nach Hawaii gebracht. Peking hatte sich aus politischen Gründen geweigert, das Flugzeug ausfliegen zu lassen und auf eine Zerlegung bestanden.
Schusswechsel - Die Kämpfe zwischen albanischen Rebellen und Einheiten der mazedonischen Armee hielten trotz einer vereinbarten Waffenruhe zunächst an. Eine politische Lösung des Konflikts ist daher noch immer nicht in Sicht. Jedoch kündigte die Regierung in Skopje an, eine Verfassungsänderung zu prüfen. Mit ihr soll die albanische Minderheit im Land mehr Rechte erhalten - eine Forderung, die auch von den bewaffneten Freischärlern gestützt wird. Unterdessen geht in Deutschland die Debatte über eine Beteiligung der Bundeswehr an einem möglichen Nato-Einsatz in der Krisenregion weiter. Bundeskanzler Gerhard Schröder hat sich für eine parteiübergreifende Haltung ausgesprochen. Dagegen will die Union einer Entsendung deutscher Soldaten noch nicht zustimmen. Starrsinn - Slobodan Milosevic mit Geleitschutz in Scheveningen. Bei seinem ersten Auftritt vor dem Haager Kriegsverbrechertribunal mimte der jugoslawische Ex-Präsident den starken Mann. Auf die Frage, ob er zu den Anklagpunkten Stellung nehmen wolle, verweigerte er die Antwort und bezeichnete das Gericht als illegal. In der nur elfminütigen Anhörung setzte Milosevic dann zu einer politischen Rede an. Der Vorsitzende Richter Richard May schnitt ihm jedoch das Wort ab - dies sei, so May, nicht die Zeit für Ansprachen. Neben den im Kosovo begangenen Verbrechen will Chefanklägerin Carla del Ponte Milosevic möglicherweise auch wegen Völkermordes in Bosnien und Kroatien anklagen. Vorsorge - Genua rüstet sich für den bevorstehenden G-8-Gipfel, der vom 20. bis 22. Juli in der italienischen Hafenmetropole stattfinden soll. Um Ausschreitungen von Globalisierungsgegnern wie im schwedischen Göteborg zu verhindern, wird die Stadt allerorts präpariert. Italienische Sicherheitskräfte versiegeln zurzeit im Stadtzentrum Gullideckel - damit sollen mögliche Störaktionen im Vorfeld vereitelt werden. In Göteborg hatten sich tausende Demonstranten während des EU-Gipfels Straßenschlachten mit der Polizei geliefert und zeitweise für chaotische Zustände gesorgt.
Organisationsspiele - Chinesische Polizisten proben für die bevorstehende Universiade in Peking. Die Eröffnungszeremonie des Sportereignisses ist für den 22. August vorgesehen. Mit den Vorbereitungen für das Fest, das 8000 Sportler und Funktionäre aus 160 Landesverbänden in die chinesische Hauptstadt lockt, will sich die Führung in Peking für die Austragung der Olympischen Spiele im Jahr 2008 qualifizieren. Die Entscheidung dafür soll Mitte Juli fallen. Eiertanz - So hatten sie sich ihren Auftritt im Berliner Wahlkampf nicht vorgestellt: Als CDU-Chefin Angela Merkel, Michael Glos, Edmund Stoiber und der Berliner CDU-Spitzenkandidat Frank Steffel auf die Bühne kamen, flogen Eier und Plastikflaschen. Das Credo der C-Parteien - keine Beteiligung der PDS an einem Berliner Regierungsbündnis - stößt bei einem Teil der Bevölkerung auf wenig Gegenliebe. Wegen der Tumulte wurde die Veranstaltung wenig später abgebrochen. Konfrontation - Ein wenig Normalität im Ausnahmezustand. Ein palästinensischer Soldat geht im Gaza-Streifen an Kindern vorbei, die unbekümmert am Strand spielen. Unterdessen belasten neue Gewaltakte die von Israelis und Palästinensern ausgehandelte Waffenruhe. Die palästinensische Seite besteht - gemäß der Forderungen im Mitchell-Bericht - weiterhin auf einen Stopp der israelischen Siedlungstätigkeit in den besetzten Gebieten. Israel kündigte seinerseits eine Rückkehr zur Strategie der gezielten Angriffe auf militante Palästinenser an, um sich vor weiteren Anschlägen zu schützen.



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