Die Woche in Bildern Rote Roben und Wahlkampf mit Steak

Gestrandete Träume in Frankreich, rote Roben in Rom und ein bombiger Antrittsbesuch beim ehemaligen Klassenfeind. Die Woche der Politik in Bildern.


Wahlkampf mit Steak: Der Spitzenkandidat der CDU in Rheinland-Pfalz, Christoph Böhr, macht Werbung für Rindfleisch. In Undenheim bei Mainz aß er zur Freude der Bauern ein Steak. Ob es geschmeckt hat, ist nicht bekannt. - aber was tut man nicht alles fünf Wochen vor der Landtagswahl. Drei Tage nach den schweren Luftangriffen protestierten in Bagdad Zehntausende Iraker gegen Amerika und Großbritannien. Staatschef Saddam Hussein drohte gar mit Vergeltung. Er sei entschlossen, "die Widerstandsmittel zu verbessern, um aus dem Himmel über Bagdad eine Hölle für die angreifenden Raben zu machen", schrieb die Staatszeitung "Es Saura".  sie hatten zeitweise mehr als 10.000 Menschen in ihrer Gewalt.
Arbeitskampf: Etwa 4000 Polizisten stürmten das Betriebsgelände des koreanischen Autoherstellers Daewoo. Nach vier Tagen war damit die Besetzung des Betriebsgeländes beendet. Die Beamten benutzten Bagger und Gabelstapler, um die Barrikaden vor dem Haupteingangstor wegzuräumen. Die Arbeiter entzündeten Reifen und Sofas, prügelten mit Stahlrohren auf die Polizisten ein. "Wir haben nichts mehr zu verlieren", sagte Gewerkschaftsführer Kim Il Sup. Daewoo will fast 6000 Arbeiter entlassen. Antrittsbesuch: Joschka Fischer traf sich in Washington mit seinem neuen Amtskollegen Colin Powell. Dabei ging es auch um Streitfragen wie die US-Pläne für eine nationale Raketenabwehr (NMD) und die europäische Sicherheitspolitik. Fischer erhob keinen Einspruch wegen des US-Luftangriffs auf den Irak. "Wir haben die USA nicht zu kritisieren", sagte er. Powell bezeichnete Fischer als einen Freund und kommentierte die Diskussion um Fischers Vergangenheit als militanter Straßenkämpfer mit den Worten, die Zeiten hätten sich geändert. Die Papstmacher. 44 Geistlichen hat Papst Johannes Paul II. auf dem Petersplatz ein rotes Birett auf den Kopf und einen Ring in die Hand gedrückt. Noch nie war das Kardinalskollegium, das den Papst berät und seinen Nachfolger wählt, größer als jetzt. Immerhin 135 der 185 Purpurträger sind noch keine achtzig Jahre alt und damit wahlberechtigt. Deutschland stellt neun Kardinäle. Die gesetzliche Obergrenze für die Teilnahme an der Wahl liegt bei 120 Wahlmännern. Doch das hat den Papst offenbar nicht gekümmert.
Demo für die Brüder: Ob die jüngsten Luftangriffe den Diktator Saddam Hussein dazu bringen, die amerikanisch-britischen Kontrollflüge zu akzeptieren, ist mehr als fraglich. Eindeutig ist dagegen, dass die Bombardierung die Reihen in der arabischen Welt wieder ein Stück fester geschlossen hat. In Beirut demonstrierten am Mittwoch Studenten vor der amerikanischen Botschaft. Schlag gegen Rechts im martialischen Outfit. Im brandenburgischen Forst stellte Innenminister Otto Schily eine neue "Verstärkungseinheit" des Bundesgrenzschutzes (BGS) vor. Die 80 Mann starke Truppe soll die Polizei des Bundeslandes im Kampf gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit unterstützen. Das Ende einer Odyssee: Der Traum von einem neuen, besseren Leben endete für 910 kurdische Flüchtlinge an einer Sandbank vor Saint Raphael. Am Samstag strandete das Frachtschiff "East Sea" an der Côte d'Azur. Acht Tage schlimmsten menschlichen Elends lagen hinter den Passagieren. "Ohne Licht, ohne Wasser waren sie wie Vieh unter Deck zusammengepfercht", berichtete ein Feuerwehrmann. "Die Kinder schrieen, die Frauen hatten schreckliche Angst. Da es keine Toiletten gab, mussten sie ihre Notdurft verrichten, wo sie waren. Sie standen mit den Füßen im Kot. Es stank fürchterlich."



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