Die Woche in Bildern Waisenkälber, Schattenmänner und eine Entschuldigung

Ein überraschender Fund in Darmstadt, ein aufsehenerregendes Urteil in den Niederlanden und ein Präsident, der es endlich offiziell macht. Die Woche der Politik in Bildern.








Überraschendes Urteil: An einem Zeitungskiosk im schottischen Lockerbie hängt eine Mitarbeiterin die Werbeplakate der Abendzeitungen auf. Wichtigstes Thema ist das Urteil gegen die libyschen Attentäter, die im Dezember 1988 ein US-Flugzeug über dem Ort gesprengt hatten. Das schottische Gericht, das im niederländischen Kamp Zeist tagte, hat einen der Angeklagten zu mindestens 20 Jahren Gefängnis verurteilt. Ein anderer wurde freigesprochen. Libyen akzeptiert das Urteil und fordert eine Aufhebung der Uno-Sanktionen gegen das Land. "Bitte helft mir": Unbekannte haben in einer Telefonzelle in Darmstadt ein offenbar neugeborenes Kalb ausgesetzt. Auf einem Zettel an der Tür des Behelfsstalles war unter anderem zu lesen: "Bitte helft mir. Ich heiße Max und bin von zu Hause weggelaufen, weil mein Leben wertlos ist. Vielleicht findet sich ein Tierfreund, der mich BSE-frei füttert." Nachdem Polizisten das schwarzbunte Tier befreit und in der Tiefgarage des Polizeipräsidiums aufgewärmt hatten, übernahm zunächst ein Duisburger Bauer die Pflege des Waisenkalbes. "Ich bin zuversichtlich": Bundesinnenminister Otto Schily präsentiert auf einer Pressekonferenz das Beweismaterial zum Verbotsantrag der Regierung gegen die rechtsextreme NPD. Mit dem Vorstoß will erstmals seit den fünfziger Jahren wieder eine Bundesregierung das Verbot einer Partei erreichen. Der Antrag belegt nach Ansicht von Schily eindeutig die Verfassungswidrigkeit der Partei. "Ich bin zuversichtlich, dass dieser Antrag Erfolg haben wird", sagte der Innenminister.
Hurra dem Diktator: Anhänger des früheren chilenischen Staatschefs Augusto Pinochet bejubeln ihr Idol auf seinem Landsitz "Los Boldos" in Bucalemu, 130 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Santiago. Die "Pinochetistas" protestieren gegen den Hausarrest für den 85-Jährigen, den ein Gericht am Montag verfügt hat. Grund ist die Anklageerhebung gegen den Ex-Diktator wegen Anstiftung und Beihilfe zu 57 Morden und 18 Entführungen im Jahre 1973 durch die so genannte "Karawane des Todes". Weißes Haus: Das offizielle Foto des 43. Präsidenten der USA, George W. Bush. Der Pressestab des Weißen Hauses veröffentlichte das offizielle Bild in dieser Woche. Auf seiner ersten Kabinettssitzung ermahnte Bush seine Regierungsmannschaft zu Sparsamkeit und Moral. Jeder ausgegebene Dollar sei das Geld eines Steuerzahlers, daher müssten die Etats schlank ausfallen, sagte der Republikaner. Sauber: Bundeskanzler Gerhard Schröder besucht einen Reinraum bei IBM in Mainz. Im dortigen Werk werden Festplatten hergestellt. Zwei Monate vor der Landtagswahl hat der Kanzler zusammen mit Ministerpräsident Roland Beck an insgesamt vier Tagen mehrere Firmen in Rheinland-Pfalz besucht.
Entschuldigung: Hannovers CDU-Kandidat für die Oberbürgermeister-Wahl, Clemens Stroetmann, hat sich auf seine Weise für das viel geschmähte "Schröder-Plakat" der Union entschuldigt. Er schrieb sich medienwirksam zur niedersächsischen Kommunalwahl selbst zur Fahndung aus. "Sorry, GERHARD!" ist auf dem entsprechenden Plakat zu lesen. Eskalation: Im Kosovo-Ort Mitrovica haben Unbekannte ein Auto angezündet. Mehrere Tage hintereinander ist es zu Krawallen in der zwischen Serben und Albanern aufgeteilten Stadt gekommen. Bewohner des albanischen Stadtteils hatten die Kfor-Soldaten mit Steinen beworfen, diese antworteten mit Tränengas und Blendgranaten. Der serbische Regierungschef Zoran Djindjic beschuldigte "albanische Separatisten", mit den Unruhen in Kosovska Mitrovica von den Übergriffen in der südserbischen Grenzzone zum Kosovo abzulenken. Licht und Schatten: Vor dem Wahlplakat des israelischen Oppositionschefs Ariel Scharon ist der Schatten eines ultra-orthodoxen Juden zu sehen. Scharon dürfte als strahlender Sieger aus den Wahlen um das Amt des Ministerpräsidenten hervorgehen, die am Dienstag stattfinden. Meinungsumfragen zufolge hat der Hardliner etwa 20 Prozent Vorsprung vor Amtsinhaber Ehud Barak.



Klicken Sie einfach auf ein Bild, um zur Großansicht zu gelangen.



© SPIEGEL ONLINE 2001
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.