Dieter Dehm Linken-Abgeordneter schmuggelte Flüchtling nach Deutschland

Ein Abgeordneter der Linkspartei hat offenbar einem Flüchtling die illegale Einreise ermöglicht. Diether Dehm bestätigte der "Bild am Sonntag", einen Halbwaisen aus Afrika in seinem Kofferraum versteckt zu haben.

Diether Dehm
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Diether Dehm


Der Linken-Bundestagsabgeordnete Diether Dehm hat Ende August offenbar einen afrikanischen Flüchtling von Italien nach Deutschland geschmuggelt. Das berichtet die "Bild am Sonntag". Demnach nahm Dehm den jungen Mann zunächst ein paar Tage in seinem Ferienhaus am Lago Maggiore auf und brachte ihn dann im Auto über die Schweiz nach Deutschland. Dort soll er ihn an Flüchtlingshelfer übergeben haben.

"Ja, ich habe einen jungen Halbwaisen aus Afrika von Italien aus über die Grenze nach Deutschland zu seinem Vater gebracht", bestätigte Dehm der "Bild am Sonntag". "Die Grenzbeamten haben ihn nicht registriert." Zu den genauen Umständen der Einreise wollte Dehm sich der Zeitung zufolge nicht äußern. Obwohl Beihilfe zur illegalen Einreise verboten ist und ihm nun eine Geldstrafe droht, sagte er lediglich: "Ich bin mit mir im Reinen."

Flüchtlingshelfer festgenommen

Unterdessen sind zwei deutsche Flüchtlingshelfer von der libyschen Küstenwache festgenommen worden. Ein Sprecher der Küstenwache sagte, sie seien mit ihrem Speedboot aus tunesischen Gewässern kommend ohne Erlaubnis in libysches Hoheitsgebiet eingedrungen. Das Boot gehöre der privaten Rettungsmission "Sea-Eye".

Das Mutterschiff von "Sea-Eye", ein unter niederländischer Flagge fahrender, fast 60 Jahre alter Trawler, war nach Angaben der Zeitung "Libya Herald" am Samstag auf dem Weg von Malta Richtung libysche Küste. Die private deutsche Rettungsmission "Sea-Eye" hat nach eigenen Angaben fast 4000 Migranten aus Seenot gerettet.

cte/dpa



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