Doerfert-Skandal Beratungsvertrag brachte Klimmt zu Fall


Koblenz - Der Strafbefehl gegen Klimmt lautet auf Beihilfe zur Untreue, weil er als Verantwortlicher des Fußballclubs 1. FC Saarbrücken zustimmte, dass der damalige Trierer Caritas-Manager Hans-Joachim Doerfert dem Verein mit 620.000 Mark unter die Arme griff.

Doerfert und zwei andere Trierer Ex-Caritas-Manager müssen sich seit dem 2. Oktober vor dem Landgericht Koblenz wegen des Vorwurfs dubioser Finanz- und Immobiliengeschäfte mit einem Gesamtschaden von mehr als 20 Millionen Mark verantworten. Doerfert war bis kurz vor seiner Festnahme im September 1999 geschäftsführender Vorstand der gemeinnützigen Caritas-Trägergesellschaft Trier (CTT) mit 42 Krankenhäusern, Altenheimen und ähnlichen Einrichtungen. Von 1996 bis 1999 sponserte er im Rahmen eines Beratungsvertrags zwischen der CTT und dem 1. FC Saarbrücken den Verein mit Caritas-Geldern, ohne dass es je zu Gegenleistungen gekommen wäre.

Die zwei Vertragsverlängerungen 1997 und 1998 wurden laut Staatsanwaltschaft Koblenz von Klimmt als früherem Präsidenten und heutigem Aufsichtsratsvorsitzenden des Vereins unterschrieben. Eine zweite Unterschrift soll in beiden Fällen der Vizepräsident des Clubs, der jetzige Saar-Innenminister Klaus Meiser (CDU) geleistet haben. Gegen ihn will die Staatsanwaltschaft ebenfalls rechtlich vorgehen.

Doerfert sagte vor Gericht, bei den Zahlungen sei es ihm um "politische Landschaftspflege" gegangen. Er habe den früheren saarländischen Ministerpräsidenten Klimmt und Meiser für den Kampf gegen den drohenden Abbau von Betten und Arbeitsplätzen in CTT-Kliniken gewinnen wollen. Die umfangreichen Ermittlungen unter dem Aspekt der Bestechlichkeit gegen Klimmt hatten allerdings laut Staatsanwaltschaft zu keinen strafrechtlich relevanten Ergebnissen geführt.



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