Berlins Bürgermeister zu Trump "Dear Mr President, don't build this wall"

Mit dem Bau der Grenzmauer zu Mexiko stößt US-Präsident Donald Trump auf heftigen Widerstand. Auch Berlins Bürgermeister Michael Müller mischt sich ein.

Teil der Berliner Mauer
picture alliance / dpa

Teil der Berliner Mauer


Zwei Tage nachdem US-Präsident Donald Trump den Bau einer Mauer an der Grenze zu Mexiko angeordnet hat, ruft der Regierende Bürgermeister Berlins, Michael Müller (SPD), zum Widerstand auf. Er erklärte in einer Pressemitteilung, dass Berlin nicht kommentarlos zusehen könne, wenn ein Land plane, eine Mauer zu errichten.

Die Berliner wüssten am besten, "wie viel Leid eine durch Stacheldraht und Mauer zementierte Teilung eines ganzen Kontinents verursacht hat", schreibt Müller. Die Teilung Berlins und Deutschlands habe Millionen Menschen Lebenschancen genommen. Den Fall der Berliner Mauer nannte Müller eine "Sternstunde des 20. Jahrhunderts".

Daher dürfe man es nicht hinnehmen, dass diese historischen Erfahrungen über den Haufen geworfen werden würden, heißt es weiter. Müller ruft den US-Präsidenten auf, "diesen Irrweg von Abschottung und Ausgrenzung nicht zu gehen".

Müller erinnert auch an die Worte des früheren US-Präsidenten Ronald Reagan, den Trump zu seinen Vorbildern zählt. Reagan hatte 1987 in einer Rede in West-Berlin den damaligen Staatschef der Sowjetunion, Michail Gorbatschow, aufgefordert: "Tear down this wall" - "Reißen Sie diese Mauer ein". Nun richtet Müller das Wort an Trump: "Dear Mr President, don't build this wall" - "Sehr geehrter Präsident, bauen Sie diese Mauer nicht".

Trump hatte im Wahlkampf angekündigt, eine Mauer an der Grenze zu Mexiko errichten zu wollen. Am Mittwoch ordnete er den Bau des 3200 Kilometer langen Grenzwalls per Dekret tatsächlich an.

asc



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