Dorothee Bär "Am Thema Frauen muss die CSU noch arbeiten"

Die designierte CSU-Staatsministerin für Digitales, Dorothee Bär, sieht in ihrer Partei Nachholbedarf bei der Frauenförderung. Selbst in ihrem Freundeskreis stoße sie bei dem Thema aber an Grenzen.
Dorothee Bär

Dorothee Bär

Foto: TOBIAS SCHWARZ/ AFP

Seit CSU-Chef Horst Seehofer am Montag seine Kabinettsliste vorgestellt hat, ist Dorothee Bär die bekannteste Frau ihrer Partei: Sie soll Staatsministerin für Digitales im Kanzleramt werden. Damit ist sie die einzige Frau der CSU, die Regierungsverantwortung im Bund übernimmt. Nun hat sie eingeräumt, dass die CSU beim Thema Frauen noch Nachholbedarf habe.

Als Bundesminister werden nur CSU-Männer in die Große Koalition eintreten: Horst Seehofer als Innenminister, Andreas Scheuer als Verkehrsminister und Gerd Müller als Entwicklungsminister.

"Ich gebe ganz offen zu, dass wir tatsächlich an dem Thema Frauen und auch Frauen in der CSU noch arbeiten müssen", sagte Bär dem Bayerischen Rundfunk . Es gebe auch relativ wenige weibliche Bundestagsabgeordnete, nur acht von 46.

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SPD-Vize Dreyer kritisiert Aufstellung der CSU

Bär sagt, sie arbeite seit Jahren daran, dass mehr Frauen CSU-Mitglieder würden. Aber sogar in ihrem Freundeskreis stoße sie da an Grenzen. "Unsere Männer, die jetzt berufen wurden, sind ja auch gute Männer, was nicht heißt, dass wir nicht auch gute Frauen haben", sagte sie.

Kritik an der CSU-Ministerriege übte die stellvertretende SPD-Vorsitzende Malu Dreyer. "Ein Bundeskabinett, in dem genauso viele Frauen wie Männer vertreten sind, wäre ein starkes Signal gewesen. Das hat die CSU nun leider verhindert", sagte die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). 100 Jahre nach Einführung des Frauenwahlrechts sei das eine Enttäuschung.

höh/dpa/AFP
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