Flughafen Dortmund Transporter rammt Flieger der Kanzlerin

Die Pannenserie rund um die Regierungsflieger geht weiter. In Dortmund rammte jetzt ein Transporter den Jet von Angela Merkel. Schuld trägt offenbar ein aufgeregter Fan der Kanzlerin.

Bus rammt Jet: So geschehen auf dem Flughafen Dortmund
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Bus rammt Jet: So geschehen auf dem Flughafen Dortmund

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Die Flugbereitschaft der Bundesregierung kommt nicht aus den negativen Schlagzeilen. Seit Montagmittag steht ein weiterer Jet aus der Weißen Flotte vorerst nicht mehr zur Verfügung. Nach Angaben der Luftwaffe hatte ein Transporter der Flughafengesellschaft Dortmund den Jet von Kanzlerin Angela Merkel gerammt und dabei beschädigt.

Die ersten Ermittlungsdetails lesen sich kurios: Demnach war eine Angestellte des Flughafens gegen Mittag mit einem roten Transporter auf dem Rollfeld unterwegs. Als sie den weißen Jet der Kanzlerin mit der Aufschrift "Bundesrepublik Deutschland" sah, soll sie für ein Handyfoto aus dem Fahrzeug gesprungen sein.

Die Begeisterung für die Kanzlerin hatte ernste Folgen. Da die Angestellte die Handbremse des Renault nicht angezogen hatte, rollte dieser langsam nach vorne und rammte die Nase der weißen "Global5000" mit der Merkel aus Berlin gekommen war. Dabei zersprang die Scheibe des Busses, die Nase des Jets wurde beschädigt.

Für Merkel, die von dem Vorfall offenbar nichts mitbekam, bedeutete die Panne vor allem eine lange Rückreise. Statt nach ihren Terminen in Wuppertal in 45 Minuten mit der "Global" nach Berlin zurückzufliegen, musste sie den Hubschrauber für die ganze Strecke nehmen. Techniker sollen nun feststellten, wie stark der Jet beschädigt ist.

Teile der Flotte außer Gefecht

Die Luftwaffe hat mittlerweile ein echtes Problem wegen der Pannen. So steht derzeit keiner der vier "Global"-Jets mehr zur Verfügung, auch einer der großen A340-Flieger ist seit Wochen in einer Wartung. Folglich wird es für die Planer immer schwieriger, die Termine von Kanzlerin und ihren Ministern zu planen, immer häufiger muss Linie gebucht werden.

In den vergangenen Monaten hatte es immer wieder Probleme mit den Flugzeugen der Flugbereitschaft gegeben: Im April platzte bei der Landung in New York ein Reifen der "Konrad Adenauer", im Februar hatte Maas wegen eines Hydraulikdefekts am Fahrwerk seines Flugzeugs vorübergehend im westafrikanischen Mali festgesessen.

Noch dramatischer entwickelten sich die technischen Probleme bei einer "Global5000" Mitte April. Als Bundeswehr-Piloten den Jet von einer Wartung in Berlin-Schönefeld abgeholt hatten, verloren sie kurz nach dem Start die Kontrolle über den Flieger und mussten notlanden. Dabei verfehlten sie die Landebahn, schlitterten über den Rasen. Der Jet wurde schwer beschädigt.



insgesamt 66 Beiträge
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sozialismusfürreiche 13.05.2019
1. Das ist nun mal Pech ...
Das ist nun mal wirklich Pech ... und wie eine Serie. Der Flugbereitschafts-Chef der Bundeswehr sollte mal seine Sohlen untersuchen, ob er nicht schon letztes Jahr in was reingetreten war ...
jkleinmann 13.05.2019
2. Das ist aber ja
keine negative Schlagzeile für die Flugbereitschaft. In diesem Fall kann diese ja nunmal gar nichts für die Panne, und es hat nichts mit mangelnder Wartung oder veraltetem Gerät zu tun.
egonv 13.05.2019
3.
Kann man nicht auch andere Militärflugzeuge verwenden? Außerdem trifft sich das doch gut: Der Wehretat soll doch wegen der NATO hoch. Einfach ganz viel Maschinen für Minister kaufen, die werden immerhin gebraucht und mit ihnen wird niemanden (absichlich) getötet.
K:F 13.05.2019
4. Glück gehabt
Man stelle sich vor, das wäre der Air Force One passiert. Dann hätte Pompeo und Bolton den Iran beschuldigt und der Krieg wäre losgegangen. Aber so. War das menschliches Versagen.
ka117 13.05.2019
5. Andere beneiden die Deutschen darum.
Pannen oder Probleme können jederzeit passieren. Klare Einhaltung von Prozeduren hat aber bis jetzt viel Schlimmeres verhindert. Und das ist das, worum die Deutschen sogar beneidet werden. Zum Beispiel von den Polen, die in einer Flugzeugkatastrophe ausgelöst durch laxen Umgang mit den elementaren Sicherheitsprozeduren 2010 fast die ganze Regierung verloren haben.
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