Gute Wünsche für Pegida Polizeichef nennt Demo-Grußwort "missglückt"

Gut gemeint, aber missglückt: So erklärt der niedersächsische Polizeipräsident die Begrüßung der Pegida-Demonstranten am 3. Oktober durch einen seiner Beamten. 

Protest am 3. Oktober
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Protest am 3. Oktober


Das niedersächsische Innenministerium hält die Wortwahl eines Polizisten, der Teilnehmern der Pegida-Demonstration am Tag der deutschen Einheit in Dresden einen "erfolgreichen Tag" gewünscht hatte, für unglücklich. Die genaueren Umstände dieser Äußerung müssten nun aufgeklärt werden, sagte ein Sprecher des Ministeriums am Mittwoch in Hannover.

Der Polizeibeamte gehört zur Zentralen Polizeidirektion Niedersachsen. Der zuständige Polizeivizepräsident Rolf Bahder sagte dazu: "Diese Äußerung war der gut gemeinte, aber missglückte Versuch einer Grußformel am Ende einer polizeilichen Durchsage. Nicht mehr und nicht weniger." Die Aussage sei bedauerlich und entspreche nicht der Auffassung der Polizeidirektion. Auch die Dresdner Polizei hatte am Dienstag bereits erklärt, der Gruß entspreche nicht ihrer "Philosophie".

Bei der Kundgebung des fremdenfeindlichen Pegida-Bündnisses am Montag hatte der Polizist die Versammlungsauflagen über einen Lautsprecherwagen vorgelesen, was eigentlich Aufgabe des Veranstalters ist. Am Ende hatte der Beamte den Demonstranten einen "erfolgreichen Tag" gewünscht.

Der Ministeriumssprecher sagte dazu, grundsätzlich sei es im Interesse der Polizei, dass alle Teilnehmer der Demonstration über die Auflagen der Veranstaltung informiert seien. Der Polizist habe daher bei der Verlesung "ausgeholfen". Zur voraussichtlichen Dauer der Ermittlungen und möglichen Konsequenzen für den Beamten wollte er sich nicht äußern.

cht/dpa

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