Dresden Polizei sucht mit Überwachungsbildern nach Sprengstoff-Attentäter

Liefern die Bilder einer Überwachungskamera die entscheidenden Hinweise? Die Polizei hat jetzt Aufnahmen des mutmaßlichen Sprengstoff-Attentäters von Dresden veröffentlicht.

Ist das der Mann, der hinter den Sprengstoffanschlägen von Dresden steckt?
DPA/ Polizeidirektion Dresden

Ist das der Mann, der hinter den Sprengstoffanschlägen von Dresden steckt?


Nach zwei Sprengstoffanschlägen auf eine Moschee und das Kongresszentrum in Dresden haben die Ermittlungsbehörden Fotos und ein Video eines mutmaßlichen Täters veröffentlicht. Sie zeigen eine schlanke Person mit hellblauer Jacke und einem Motorradhelm, das Visier des Helms ist offen. Das Gesicht des Verdächtigen ist allerdings nicht zu erkennen. Die Person trägt einen Rucksack und läuft rauchend auf einem Bürgersteig entlang.

Der Verdächtige habe sich längere Zeit im Bereich der Moschee aufgehalten, hieß es von der Generalstaatsanwaltschaft und dem Operativen Abwehrzentrum. Die Polizei bat Zeugen, die etwas zu dem Verdächtigen oder der Tat sagen können, um Mithilfe.

Vor der Tür der Wohnung des Imams der Moschee war am Montagabend ein Spreng- und Brandsatz explodiert. Es entstand ein Sachschaden. Der Imam und seine Familie, die sich zum Tatzeitpunkt in der Wohnung aufhielten, blieben unverletzt. Der Sprengsatz hätte nach Ansicht des Polizeipräsidenten Horst Kretzschmar auch zu einer Entzündung des Gebäudes führen können. Offenbar wurde die Sprengvorrichtung an der Haustür befestigt.

Auf der Suche nach den Tätern überprüfte die Generalstaatsanwaltschaft auch ein angebliches Bekennerschreiben auf einer Antifa-Webseite - das Schreiben endete mit dem Verweis auf ein Bündnis mit dem Namen "Solidarity without Limits - Nationalismus ist keine Alternative". Diese distanzierte sich von dem Beitrag. Die Generalstaatsanwaltschaft bestätigte am Freitag, dass das Schreiben nicht von der Organisation stamme.

Die mutmaßlich fremdenfeindlichen Attacken im Vorfeld der Einheitsfeierlichkeiten haben am Freitag auch die Debatte über den Stand der Einheit im Bundestag geprägt. Rechtsextreme Gewalt und Fremdenfeindlichkeit gefährdeten zunehmend die wirtschaftliche Entwicklung in den neuen Ländern, bekräftigte die Ost-Beauftragte der Bundesregierung, Iris Gleicke (SPD). Die Sicherheitsvorkehrungen vor der Einheitsfeier wurden verstärkt.



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