"Divers" Bundestag beschließt Option zu drittem Geschlecht

Neben den Optionen "männlich", "weiblich" und "ohne Angaben" kann künftig auch "divers" in das Geburtenregister eingetragen werden. Das hat der Bundestag beschlossen. Kritik gab es von Grünen und dem Lesben- und Schwulenverband.
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Foto: Ralf Hirschberger/ dpa

Nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts hat der Bundestag eine weitere Option für das Geburtenregister beschlossen.

Neben den Optionen "männlich", "weiblich" und "ohne Angaben" kann künftig auch "divers" in das Geburtenregister eingetragen werden. Das beschloss der Bundestag am Donnerstagabend. Anlass der Änderung war ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts, wonach die bisherige Regelung gegen das Persönlichkeitsrecht verstoße.

Mit dem Beschluss gibt es nun auch eine Option für intersexuelle Menschen, deren Körper männliche und weibliche Merkmale aufweist. Die Gesetzesänderung sieht auch vor, dass die Eintragung im Nachhinein geändert werden kann, wenn zuvor bei der Geburt ein falsches Geschlecht gewählt wurde. Künftig soll es auch möglich sein, den Vornamen der Betroffenen zu ändern. Für beides braucht es aber eine ärztliche Bescheinigung.

Der Lesben- und Schwulenverband kritisierte die Regelung. "Entwürdigende Begutachtungen und Pathologisierungen müssen abgeschafft werden", hieß es von der Organisation. Der Verband fordert, Änderungen des Vornamens und des rechtlichen Geschlechts auf Antrag beim Standesamt zu ermöglichen - ohne ärztliche Bescheinigung. Das forderten auch die Grünen im Verlauf der parlamentarischen Beratungen.

Der CDU-Abgeordnete Marc Henrichmann verwies hingegen auf das staatliche Interesse an einem Personenstandsregister mit Beweiskraft. Dies lasse keine Selbsteinschätzung nach subjektiven Empfindungen zu.

Das Bundesverfassungsgericht hatte im Herbst 2017 entschieden, dass die bisherige Rechtslage mit nur zwei Geschlechtsoptionen gegen das allgemeine Persönlichkeitsrecht verstoße. Die Richter verlangten eine Neuregelung bis Ende dieses Jahres.

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fek/dpa/AFP
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