Luftsicherheit Polizei rüstet gegen Drohnen auf

Die Zahl der unerlaubten Flüge mit ferngesteuerten Geräten steigt drastisch an. In zwei Fällen hat das BKA nach SPIEGEL-Informationen bereits Drohnen durch Störattacken gestoppt.

Drohne in Nähe des Flughafens Düsseldorf (Archivbild): BKA setzt "schultergestützte Wirkmittel" dagegen ein
Julian Stratenschulte/ DPA

Drohne in Nähe des Flughafens Düsseldorf (Archivbild): BKA setzt "schultergestützte Wirkmittel" dagegen ein


Das Bundeskriminalamt (BKA) hat erstmals den Einsatz von Technik zur Abwehr ferngesteuerter Fluggeräte bestätigt. Wie die Behörde dem SPIEGEL mitteilte, sei am 17. Mai in Berlin durch einen Störsender "der Anflug der Drohne gestoppt" worden. Damals hatten Flüchtlingsaktivisten im gesperrten Luftraum über der Spree in Nähe eines BKA-Standortes eine ferngesteuerte Drohne aufsteigen lassen, sie filmten mit dem Gerät eine Protestaktion.

Wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Linken-Anfrage hervorgeht, hat das BKA das "schultergestützte Wirkmittel" auch in einem weiteren Fall eingesetzt, Details zu diesem Vorfall sind nicht bekannt. Neben dem Bundeskriminalamt verfügt laut Regierung auch die Bundespolizei über "technische Systeme zur Detektion und zur Abwehr von Drohnen".

Im vergangenen Jahr registrierte die Polizei allein in Berlin 118 unerlaubte Drohnenflüge, 54 davon im Regierungsviertel. Gegenüber 2016 haben sich die Verstöße gegen Flugverbote mehr als verdoppelt. Die Zahl der potenziell gefährlichen Sichtungen von Drohnen in der Nähe von Flughäfen hat sich seit 2015 sogar mehr als verzehnfacht: Im vergangenen Jahr zählte die Deutsche Flugsicherung 158 Vorfälle.

Das BKA warnt vor einer zunehmenden Bedrohung durch Drohnen. "Die Palette der kriminellen Einsatzmöglichkeiten ist breit gefächert", teilte die Behörde dem SPIEGEL mit. Denkbare Szenarien reichten von Störungen von Veranstaltungen über Ausspähungen "bis hin zu möglichen terroristischen Anschlägen, zu deren Zielen auch Großveranstaltungen gehören können".

srö/wow

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dn.creaserv 10.08.2019
1. Tja!
Der Luftraum ist nicht rechtsfrei. Legal eine Genehmigung zum Drohnenflug zu bekommen ist sehr arbeitsaufwändig und kompliziert. Aber bevor jemand mein Recht auf Privatsphäre verletzt oder mir gar aus Daffke so ein Ding auf den Kopf fällt nehme ich diese Regulierung lieber in Kauf. Dann weiß ich wenigstens, dass wer eine Drohne pilotiert auch nachweisen musste, dass er/sie das auch kann.
chrismuc2011 10.08.2019
2.
Ich bin selbst Besitzer und Betreiber eines Quadrokopters, der vorschriftsmäßig beschriftet und versichert ist. Zudem hat mein DJi Copter eine Sicherung eingebaut, die es nicht erlaubt in Flugverbotszonen zu fliegen. Insgesamt sind die Vorschriften sehr zahlreich und sehr restriktiv. In Deutschland ist es nahezu überall verboten zu fliegen. Die meisten Hobby- und auch Berufspiloten halten sich an die Vorschriften. Von versehentlichen Überschreitungen mal abgesehen. Wer alllerdings in einer Stadt, noch dazu im Zentrum oder in der Nähe von Flughäfen, Militärgeländen, Autobahnen, Wasserstraßen und Bundesstraßen fliegt, der weiß, dass er ein absolutes Verbot überschreitet. Leider wird durch dieses kriminelle Verhalten die Mehrheit der Piloten diskriminiert. Selbst wenn man auf seinem eigenen Grundstück fliegt, kommt sofort ein Nachbar der schimpft, obwohl kein Verbot überschritten wird.
muckp 10.08.2019
3. @chrismuc2011
sorry, aber ich als Nachbar würde auch schimpfen wenn so ein blödes und ggf. lautes Teil in der Nähe meines Grundstücks kommen würde. Und dabei ist es mir egal ob Verbote überschritten werden. Keine Ahnung welche Kameras Sie an dem Teil hängen haben und was Sie gerade filmen. Kann sein, dass Sie nichts böeses wollen, aber ich kann das vom Boden aus nicht sehen.
Mister Stone 10.08.2019
4.
Sind die Drohnen von Geheimdiensten "befreundeter" Staaten auch davon betroffen? Oder gelten deren Flüge nicht als "unerlaubt"?
kraftmeier2000 10.08.2019
5. Gegen
diese Ignoranten unter den Copterpiloten welche in Gebieten aufsteigen wo dieses nicht erlaubt ist, sollte man rigoros vorgehen, Einzug der Drohne, zusätzlich eine Empfindliche Geldstrafe (bei Minderjährigen haften die Eltern), und im Wiederholungsfall eben auch mal für ein Paar Monate weggesperrt, um diesen Idioten Zeit zum Nachdenken zu geben. Und wer ohne Haftpflichtversicherung einen Copter fliegt, gehört ebenso zu der Gruppe Verantwortungslos und gehört ebenso rechtlich belangt. Denn mit Ihrem unverantwortlichen Verhalten wird hier eine bzw. die große Gruppe von Gesetzestreuen Piloten mit verunglimpft, und das darf nicht sein.
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