Düsseldorfer Parteitag Merkel mit 88,4 Prozent als CDU-Chefin wiedergewählt

CDU-Chefin Merkel ist auf dem Parteitag in Düsseldorf für weitere zwei Jahre im Amt bestätigt worden. Die 50-Jährige erntete für ihre Rede viel Beifall - doch ein enttäuschendes Wahlergebnis. Sie erhielt deutlich weniger Zuspruch als noch vor zwei Jahren.

Düsseldorf - Auf Angela Merkel entfielen 839 von 949 gültigen Stimmen. Das entspricht nach Angaben der CDU einer Zustimmung von 88,41 Prozent. 110 Delegierte stimmten gegen Merkel.

Merkel nahm die Wahl an. Damit wurde sie zum dritten Mal in das Spitzenamt gewählt. Vor zwei Jahren hatte Merkel auf dem Bundesparteitag in Hannover 93,7 Prozent der Delegiertenstimmen bekommen. Bei ihrer ersten Wahl im April 2000 war sie mit rund 95,9 Prozent zur Nachfolgerin von Wolfgang Schäuble an der Parteispitze gewählt worden.

Für ihre knapp zweistündige Rede hatte sie am Nachmittag von den rund 1000 Delegierten mehr als acht Minuten Applaus erhalten. Ende 2001 - kurz vor der Entscheidung der "K-Frage" zu Gunsten von CSU-Chef Edmund Stoiber - hatte Merkel die Delegierten in Dresden nur zu gut sechs Minuten Beifall motiviert. Der Applaus für Stoiber wurde damals nach sechseinhalb Minuten vom Parteitagspräsidium unterbrochen.

In ihren Spitzenämtern bestätigt wurden auch die vier Stellvertreter Merkels, Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (86,88 Prozent), der nordrhein-westfälische CDU-Vorsitzende Jürgen Rüttgers (79,27), die baden-württembergische Kultusministerin Annette Schavan (78,54) und der rheinland-pfälzische CDU-Chef Christoph Böhr (55,42).

In ihrer Rede hatte Merkel die Parteimitglieder aufgefordert, auf interne Streitigkeiten zu verzichten und stattdessen den politischen Gegner anzugreifen.

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