Infektions-Transportcontainer Auswärtiges Amt bereitet Evakuierung von Ebola-Kranken vor

Deutsche mit gefährlichen Infektionskrankheiten sollen in Zukunft mithilfe neuartiger Transportmodule aus Krisenregionen ausgeflogen werden. Dazu kooperiert das Auswärtige Amt nach SPIEGEL-Informationen mit der Lufthansa.
Foto: Zohra Bensemra/ REUTERS

Angesichts der Ebola-Epidemie im Kongo trifft das Auswärtige Amt Vorkehrungen, um erkrankte Ärzte und medizinische Helfer von Afrika nach Deutschland auszufliegen. Dazu plant das Ministerium von Heiko Maas (SPD) nach SPIEGEL-Informationen den Bau spezieller Container.

Die vom Gesundheitsdienst des Amts konzipierten "Infektionstransportmodule" sind vier Meter lang, 2,40 Meter breit und passen in jedes gängige Frachtflugzeug. Die Spezialcontainer sind gegen einen plötzlichen Druckabfall an Bord geschützt und können per Lkw direkt in eine Sonderisolierstation, zum Beispiel in die Berliner Charité, gebracht werden.

In der ersten großen Ebola-Krise von 2014 hatte die Bundesregierung kurzfristig einen Airbus A340 der Lufthansa zur Ebola-Krankenstation umgerüstet. Aus Kostengründen wurde die "Robert Koch" jedoch außer Dienst gestellt.

Die EU hat sich bereit erklärt, die Finanzierung des Container-Moduls in Höhe von etwa zehn Millionen Euro zu übernehmen. Deutschland hat sich in Brüssel auf eine entsprechende Ausschreibung beworben. Aufgrund der früheren Zusammenarbeit mit der Berliner Charité und Lufthansa Technik rechnet sich die Bundesregierung gute Chancen aus, den Zuschlag zu bekommen. Zukünftig könnten dann alle EU-Staaten die Evakuierungsmodule für die Rettung ihrer Staatsbürger anfordern.

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.
Mehrfachnutzung erkannt
Bitte beachten Sie: Die gleichzeitige Nutzung von SPIEGEL+-Inhalten ist auf ein Gerät beschränkt. Wir behalten uns vor, die Mehrfachnutzung zukünftig technisch zu unterbinden.
Sie möchten SPIEGEL+ auf mehreren Geräten zeitgleich nutzen? Zu unseren Angeboten