Edathy-Affäre Bosbach sieht Große Koalition belastet

Der CDU-Innenexperte Wolfgang Bosbach bemängelt fehlendes Vertrauen in der schwarz-roten Koalition. Es sei in der Edathy-Affäre abhandengekommen, sagt er. Zudem kritisiert er den jüngsten Auftritt des Ex-SPD-Abgeordneten.
CDU-Innenexperte Bosbach: "Die Basis muss Vertrauen sein"

CDU-Innenexperte Bosbach: "Die Basis muss Vertrauen sein"

Foto: Paul Zinken/ dpa

Berlin - Die Edathy-Affäre belastet laut Wolfgang Bosbach weiter die Große Koalition. "Die Basis einer Zusammenarbeit in einer Koalition muss Vertrauen sein. Und dieses Vertrauen ist ein gutes Stück weit abhandengekommen", sagte der CDU-Innenpolitiker am Freitag im Deutschlandfunk. Das bleibe so lange so, wie das Gefühl bestehe, es werde nicht die volle Wahrheit gesagt.

Am Donnerstag hatte der Untersuchungsausschuss des Bundestags den ehemaligen SPD-Abgeordneten Sebastian Edathy angehört. Er behauptete, sein Parteifreund Michael Hartmann habe ihn über Ermittlungen gegen ihn informiert. Hartmann bestritt dies.

Edathy hatte sich vor seiner Aussage im Untersuchungsausschuss auch vor der Hauptstadtpresse geäußert. Dabei sagte er unter anderem, er habe lediglich legales Bildmaterial erworben. Bosbach sagte der "Passauer Neuen Presse", er halte diese Darstellung für "nicht besonders glaubhaft".

"Nicht ein einziges Wort des Bedauerns"

Edathys Auftritt sei erkennbar von dem Bemühen getragen gewesen, die SPD-Führung nicht weiter zu belasten, so Bosbach. Dafür habe er Hartmann erneut Fehlverhalten vorgeworfen. "Besonders bedauerlich ist, dass Herr Edathy bis zur Stunde nicht ein einziges Wort des Bedauerns für missbrauchte Kinder gefunden hat, denn das sind die wahren Opfer." Edathy glaube noch immer, "das eigentliche Opfer sei er".

Über das verschwundene Handy Hartmanns sagte Bosbach dem Deutschlandfunk: "Sozialdemokratische Sicherheitspolitiker haben offensichtlich erhebliche Probleme mit der Sicherung ihres Eigentums, wenn es um mobile Kommunikationsmittel geht. Das steht jetzt auch fest."

Die Chronik der Edathy-Affäre


ler/dpa
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