Edathy-Affäre Bundestag bestätigt unverschlossenen Brief

Das offizielle Schreiben der Staatsanwaltschaft Hannover im Fall Edathy ging unverschlossen im Büro von Parlamentspräsident Lammert ein. Damit bestätigte der Bundestag einen entsprechenden SPIEGEL-Bericht.

Berlin - Der als "persönlich/vertraulich" gekennzeichnete offizielle Brief der zuständigen Staatsanwaltschaft Hannover an Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) zum Fall Edathy war geöffnet. Ernst Hebeker, Sprecher des Bundestags, bestätigte am Montag einen entsprechenden SPIEGEL-Bericht.

Das Schreiben sei am vergangenen Mittwoch (12. Februar) offen in Lammerts Büro eingegangen, sagte Hebeker der Nachrichtenagentur dpa. Über einem Postaufkleber der "Citipost" mit dem Aufdruck "Justizbehörden Hannover" und dem Datum "07.02.2014" sei ein weiterer mit dem Aufdruck der "PIN Mail AG" aufgeklebt worden, der das Datum "11.02.2014" trage.

Die Staatsanwaltschaft hatte den Brief am 6. Februar losgeschickt. Er kam allerdings erst knapp eine Woche später in Lammerts Büro an. "Wir gehen davon aus, dass irgendjemand den Brief abgegriffen hat", hatte der SPIEGEL einen Ermittler zitiert.

"Die Bundestagsverwaltung hat unverzüglich nach Eingang des Schreibens eine Kopie des Umschlags an die Staatsanwaltschaft Hannover mit der Bitte übermittelt, zur Aufklärung beizutragen", sagte Hebeker. Er betonte auch, dass am Wochenende keine Post beim Bundestag angeliefert werde.

als/dpa
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