Drohender Parteiausschluss Edathy wirft SPD-Chef Gabriel Skrupellosigkeit vor

Die SPD erwägt, Sebastian Edathy auszuschließen. Doch der Ex-Abgeordnete, gegen den Ermittlungen wegen Verdachts auf den Besitz von Kinderpornografie laufen, wehrt sich. Im SPIEGEL attackiert er Parteichef Gabriel scharf.

SPD-Politiker Edathy: "Keine Beweismittel zur Seite geschafft"
Roland Nelles/ DER SPIEGEL

SPD-Politiker Edathy: "Keine Beweismittel zur Seite geschafft"

Von und


Hamburg - Der frühere Bundestagsabgeordnete Sebastian Edathy hat das von SPD-Parteichef Sigmar Gabriel angestrebte Ordnungsverfahren gegen ihn kritisiert. "Vor Ende der Ermittlungen kann nicht ernsthaft ein Ordnungsverfahren angestrengt werden", sagte Edathy dem SPIEGEL.

Ein bewusstes parteischädigendes Verhalten liege nicht vor. "Ich erachte es für demokratische Parteien, gerade für solche, die dem Gedanken der Aufklärung besonders verbunden sind, als ausgesprochen problematisch, wenn die Kategorie des moralischen Verhaltens im privaten Bereich für ein Ausschlussverfahren leitend sein soll."

Gegen Edathy wird derzeit wegen des Verdachts auf Besitz von Kinderpornografie ermittelt. Er sagte, er bedaure, dass die SPD-Parteiführung bislang nicht in einem Satz seine Arbeit im Bundestag gewürdigt habe. "Ich kann mir das nur dadurch erklären, dass die SPD-Spitze sich aufgrund des Rücktritts von CSU-Minister Hans-Peter Friedrich in der Defensive sah und dann zu der Entscheidung gekommen ist, jemandem, der ohnehin schon am Boden liegt, nachträglich noch einen Fußtritt zukommen zu lassen", sagte er. "Das ist taktisch unproblematisch, wenn man hinreichend skrupellos ist."

Erstmals äußerte sich Edathy zudem zu seinem verschwundenen Bundestags-Laptop. Nach seiner Erinnerung habe er von diesem Laptop auch die fraglichen Nacktbilder bestellt. Er habe jedoch keine Beweismittel zur Seite geschafft. "Am 31. Januar ist mir mein Laptop entwendet worden auf einer privaten Zugreise aus Nordrhein-Westfalen nach Amsterdam bei einem längeren Aufenthalt in Bad Bentheim, wo die deutsche Lokomotive durch eine niederländische ersetzt wird." Er habe in dieser Zeit den Zug verlassen und musste bei seiner Rückkehr an den Platz feststellen, dass der Rechner entwendet worden sei.

Den kompletten Artikel und das Interview mit Edathy lesen Sie im digitalen SPIEGEL hier.

ade

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.