Edathy-Affäre BKA-Mitarbeiter legt neue Details vor

Wie oft haben Thomas Oppermann und Jörg Ziercke in der Causa Edathy telefoniert? Vor dem Untersuchungsausschuss schildert ein BKA-Mitarbeiter einen zweiten Kontaktversuch der beiden. Zu einem Gespräch sei es angeblich nicht gekommen.

Thomas Oppermann: Hat er ein weiteres Mal versucht, Ziercke zu kontaktieren?
DPA

Thomas Oppermann: Hat er ein weiteres Mal versucht, Ziercke zu kontaktieren?


Hamburg - Neue Erkenntnisse in der Edathy-Affäre: Aus Unterlagen des Bundeskriminalamts (BKA) geht hervor, dass es einen weiteren Kontaktversuch zwischen dem SPD-Politiker Thomas Oppermann und dem damaligen BKA-Präsidenten Jörg Ziercke gegeben hat. Bislang hatten beide nur von einem Telefonat am 17. Oktober 2013 gesprochen - weitere Kontaktversuche hatten sie nicht erwähnt.

Ein BKA-Mitarbeiter hat dem Untersuchungsausschuss zur Kinderporno-Affäre um den ehemaligen SPD-Abgeordneten Sebastian Edathy nun schriftlich erklärt, dass er am 12. Februar 2014 einen Anruf aus dem Büro Oppermanns entgegengenommen habe. Am Apparat sei eine Mitarbeiterin des SPD-Manns gewesen, die gesagt habe, dass Oppermann mit Ziercke sprechen wolle. Sie habe zudem nach der Handynummer des damaligen BKA-Chefs gefragt. Zu einem Gespräch sei es jedoch nicht gekommen.

Zuletzt hatte es Spekulationen über ein weiteres Telefonat zwischen Oppermann und Ziercke gegeben. Nach SPIEGEL-Informationen hatte ein Vermerk in BKA-Dokumenten darauf hingewiesen, dass die beiden Männer am 13. Februar 2014 ein zweites Mal Kontakt hatten. An dem Tag hatte Oppermann eine Pressemitteilung zum Fall Edathy veröffentlicht. In späteren Versionen der Dokumente seien die Hinweise auf die Anrufe von Mitarbeitern aus dem BKA gelöscht worden.

Das BKA leugnet ein solches Gespräch. Der Vermerk sei demnach ein Missverständnis wegen des Kontaktversuchs am 12. Februar. In der kommenden Woche muss Ziercke erneut als Zeuge im Untersuchungsausschuss aussagen. Das Gremium soll die Affäre um Edathy aufarbeiten, der wegen des Besitzes von Kinder-Nacktbildern angeklagt worden war. Nachdem er gestanden hatte, wurde das Verfahren eingestellt.

kry/dpa



insgesamt 15 Beiträge
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fredadrett 19.03.2015
1. Lügen, Lügen
und nichts als Lügen. Knietief stecken die da drin.
tommit 19.03.2015
2. Verschwindende Beweise dann wenn man sie braucht
ist ja lustig im Zeitalter der Überwachung..... Und hat er die Handynummer bekommen, wurde das Handy überprüft?
schocolongne 19.03.2015
3. Hier wäre Vorratsdatenspeicherung...
...mal wirklich hilfreich gewesen, dann wüsten wir endlich wer, mit wem und wann..... Gelle Herr Zierke, Herr Oppermann?
twistie-at 19.03.2015
4. ist klar
Solch wichtige Gespräche werden normalerweise zumindest kurz vermerkt, auch wenn sie nicht stattfinden. Das ist auch bei größeren Firmen so - dafür gibt es auch Gesprächsnotizzettel, die auch Gespräche mit Sekretärinnen festhalten. Ds kenne ich noch aus meiner Sekretariatszeit. Da stand dann "Anruf Frau X / Sekretariar Herr Y: Bitte um Gespräch mit xy, Bitte, die Handynummer auszuhändigen. Gespräch findet nicht statt weil blablubb..." Das ist allein zur Absicherung wichtig. Die Löschung der Vermerke ist damit auch noch nicht erklärt.
twistie-at 19.03.2015
5.
Zitat von schocolongne...mal wirklich hilfreich gewesen, dann wüsten wir endlich wer, mit wem und wann..... Gelle Herr Zierke, Herr Oppermann?
ach, das sind doch Geheimnisträger, die sind von der VDS ausgenommen.
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