Ehe für alle Der lange Kampf der Regenbogenallianz

Im Alltag diskriminiert, als "schrille Minderheit" verspottet: Der Eindruck, dass Schwule und Lesben mal eben gleiche Rechte wie Heterosexuelle kriegen, täuscht. Die Politik ringt darum seit Jahrzehnten.
CSD in Hamburg

CSD in Hamburg

Foto: Stefanie Loos REUTERS

Am Freitag soll es so weit sein. Schwule und Lesben sollen Gewissheit haben, dass sie demnächst heiraten dürfen, mit allem, was dazu gehört. Oder dass sie ihre bestehende "eingetragene Lebenspartnerschaft" bald in eine Ehe umwandeln lassen können.

Geht alles nach Plan von SPD, Grünen und Linken, wird der Bundestag am Freitagmorgen eine viel diskutierte Abstimmung auf die Tagesordnung setzen - und die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare beschließen. Schon jetzt werden für diesen Fall Partys geplant, Regenbogenfahnen gekauft, Kundgebungen organisiert.

Gelingt der Triumph der Regenbogenallianz, wird er manch einem womöglich überstürzt vorkommen. Hatte Kanzlerin Angela Merkel nicht gerade noch argumentiert, ihr Bauchgefühl spreche gegen die Ehe für alle? Hatte die CSU Schwule und Lesben nicht gerade noch als "schrille Minderheit" verspottet? Warum passiert plötzlich das Gegenteil?

Doch der Eindruck, dass quasi über Nacht etwas durchgeboxt wird, täuscht gewaltig. Die Vorgeschichte ist düster und grausam, Schwule wurden im Dritten Reich verfolgt und getötet, noch Jahrzehnte später machten sich Homosexuelle strafbar. In der jüngeren Zeit ging es weg von der Kriminalisierung, hin zur vollständigen Gleichstellung - Stück für Stück. Dieser Durchbruch wird jetzt aller Voraussicht nach geschafft.

Warum der Kampf der Schwulen und Lesben so lange dauerte, welche Etappen im Gedächtnis blieben: Klicken oder wischen Sie sich durch die Bilderstrecke:

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Ehe für alle: Der lange Kampf der Regenbogenallianz

Foto: HEINZ WIESELER/ AFP
mit Material von dpa