Ehegattensplitting Von der Leyen will Reiche schlechter stellen

Neuer Vorstoß in der Familienpolitik: Ministerin von der Leyen plant nach einem Bericht Kürzungen des Ehegattensplittings - vor allem Besserverdienende sollen dann weniger Geld bekommen. Entlasten will die Ministerin dafür kinderreiche Familien.


Berlin - Familien mit mehreren Kindern sollen die Profiteure der Reform sein. Wenn ihr jährliches Einkommen oberhalb von 40.000 Euro liegt, sollen sie gestaffelt nach der Kinderzahl besser gestellt werden, berichtet die "Welt". Dafür erwäge die Bundesfamilienministerin eine deutliche Anhebung des steuerlichen Kinderfreibetrags. Bei einem Einkommen von über 70.000 Euro sollen allerdings nur noch Familien mit drei und mehr Kindern von der steuerlichen Entlastung profitieren.

Ministerin von der Leyen: Will Berufstätigkeit der Mütter fördern
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Ministerin von der Leyen: Will Berufstätigkeit der Mütter fördern

Bei allen Maßnahmen gehe es darum, die Berufstätigkeit von Müttern zu fördern, schrieb die Zeitung. Angesichts der Überalterung und des drohenden Fachkräftemangels würden Frauen am Arbeitsmarkt gebraucht. "Es wird eine Umverteilung zwischen den Familien geben", sagte der Chef des Instituts der deutschen Wirtschaft, Michael Hüther, der "Welt".

Der Ökonom ist Mitglied der Expertengruppe, das im Auftrag von der Leyens sämtliche familienbezogenen Leistungen auf den Prüfstand stellt. Verlierer wären demnach Alleinverdiener-Ehen, aber auch viele Familien, in denen Vater und Mutter eine traditionelle Rollenverteilung haben, schreibt die Zeitung. Von der Leyen hatte bereits angekündigt, dass sie das Ehegattensplitting zu einem Familiensplitting weiterentwickeln werde.

anr/AP/Reuters



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