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Hans Koschnick ist tot: Ein großer Bremer

Foto: Ingo Wagner/ picture alliance / dpa

Politiker und EU-Beauftragter in Bosnien Bremens Ex-Bürgermeister Hans Koschnick ist tot

"Ein großer Bremer": Hans Koschnick ist im Alter von 87 Jahren gestorben. Der ehemalige Bürgermeister der Hansestadt hatte sich viele Jahre der Völkerverständigung und Friedensarbeit gewidmet.

Er war ein prägender Politiker auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene: Nun ist Bremens ehemaliger Bürgermeister Hans Koschnick im Alter von 87 Jahren gestorben.

"Wir trauern um einen großen Bremer", teilte Bürgermeister Carsten Sieling mit  . Koschnick habe "mit seiner Persönlichkeit, seiner Volksverbundenheit und seinem unerschütterlichen Glauben an die Versöhnung und Verständigung zwischen den Völkern unauslöschliche Spuren hinterlassen".

Koschnick wurde am 2. April 1929 in Bremen geboren. 1950 wurde er Mitglied der SPD. Von 1967 bis 1985 war er Bürgermeister und Regierungschef des kleinsten Bundeslandes. Zwischen 1975 und 1979 war er stellvertretender SPD-Bundesvorsitzender und damit Vize von Willy Brandt. Danach widmete sich der Vollblutpolitiker der Völkerverständigung und Friedensarbeit.

Im Juli 1994 ging er für 20 Monate als EU-Administrator in die vom jugoslawischen Bürgerkrieg zerstörte Stadt Mostar. Bis 1996 war er Bosnienbeauftragter der Bundesregierung. Nach Angaben der Bremer Senatskanzlei engagierte sich Koschnick außerdem maßgeblich für die Aussöhnung Deutschlands mit Polen und Israel.

"Durch seinen Einsatz als EU-Administrator in der bosnischen Stadt Mostar hat Koschnick seinen Platz in der Geschichte Europas", soll der damalige Innenminister Otto Schily über ihn gesagt haben. Koschnick lebte zuletzt zurückgezogen mit seiner Frau in Bremen.

vks/dpa
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