Eichel und Gaymard Finanzminister bitten USA um Stärkung ihrer Währung

Finanzminister Hans Eichel und sein französischer Kollege Herve Gaymard haben die USA aufgefordert, Maßnahmen gegen den schwachen Dollar zu ergreifen und damit den Euro-Anstieg zu bremsen. Zugleich fordert die Bundesregierung nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" eine Zinssenkung durch die Europäische Zentralbank.


Paris - Die beiden Minister machten vor allem das Rekord-Haushaltsdefizit der Amerikaner für die Dollarschwäche gegenüber dem Euro verantwortlich. Gaymard sagte nach einer Unterredung mit Eichel in Paris, die Dollarschwäche solle auch beim nächsten Treffen der G-7-Finanzminister erörtert werden, damit konkrete Festlegungen getroffen werden könnten. Das Treffen ist für Februar geplant. Eichel meinte jedoch, niemand solle sich davon spektakuläre Entscheidungen erhoffen. Jeder müsse aber das Notwendige tun, um das Ungleichgewicht wieder ins Lot zu bringen. Europa habe schon mehr als genug getan, meinten die beiden Minister.

Der hohe Euro-Kurs macht vor allem der Exportwirtschaft im Euro-Raum zu schaffen, da Waren im Ausland entsprechend teuer werden und im Wettbewerb oft schlechter abschneiden.

EZB soll Leitzins senken

Zugleich will die Bundesregierung die Europäische Zentralbank offenbar zu einer Zinssenkung bewegen. Dies berichtet die "Süddeutsche Zeitung" (Dienstagausgabe) unter Berufung auf den Jahreswirtschaftsbericht, der am Mittwoch vom Kabinett verabschiedet werden soll. Angesichts des teuren Euro und steigender Ölpreise komme der Geldpolitik "eine hohe Verantwortung bei der Nutzung ihrer Spielräume zu", zitiert das Blatt aus dem Bericht. Zur Begründung heißt es demnach, der starke Anstieg des Eurokurses drohe die durch moderate Lohnsteigerungen und die Reformen gesteigerte Wettbewerbfähigkeit Deutschlands zunichte zu machen.



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