Eierwurf Kanzler verzichtet auf Strafantrag

Gerhard Schröder wird wegen des Eierwurfs im brandenburgischen Wittenberge keine Strafanzeige erstatten. Der Kanzler hatte darüber nachgedacht, sich dann aber dagegen entschieden.


Berlin - "Der Bundeskanzler hatte sich in der Tat überlegt, einen Strafantrag zu stellen", sagte der stellvertretende Regierungssprecher Thomas Steg in Berlin. Er verwies aber darauf, dass Schröder bei dem Eierwurf nicht getroffen worden sei.

Gleichzeitig bekräftigte Steg, dass der Kanzler selbstverständlich am Sängerfest im brandenburgischen Finsterwalde am Abend teilnehme. "Wenn der Kanzler zugesagt hat, nimmt er diesen Termin auch wahr", sagte Steg. Ob es allerdings ein "Bad in der Menge" gebe, werde spontan und vor Ort entschieden.

Der brandenburgische Innenminister Jörg Schönbohm (CDU) hatte dem Kanzler vor Reisen in den Osten abgeraten und dies mit einer Gefährdung des sozialen Friedens begründet. Bei einem Besuch in Wittenberge am Dienstag hatte eine Frau ein Ei in Schröders Richtung geworfen, ihn aber nicht getroffen. Zuvor war der Kanzler von etwa 600 wütenden Demonstranten mit Pfiffen und Buh-Rufen empfangen worden.

Eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums wies Schönbohms Äußerung entschieden zurück. Als Innenminister habe er dafür zu sorgen, dass sich die Repräsentanten des Staates der politischen Diskussion stellen könnten, sagte sie. Es sei nicht gut, wenn jene ermuntert würden, die die demokratischen Spielräume ausnutzen.



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