Ein Jahr Schwarz-Gelb In zehn Schritten zur Selbstdemontage

Was waren das für 365 Tage. Union und FDP träumten immer von einer schwarz-gelben Regierung - jetzt feiert sie ihr Einjähriges, und der Traum liegt in Trümmern. Wie konnte es so weit kommen? Die zehn Phasen des Absturzes.

Berlin - Dem Anfang dieser Koalition wohnte nichts inne. Kein Zauber. Keine Fortune. Und keine politische Freundschaft.

Statt zu regieren, haben sich CDU, CSU und FDP lieber gezankt und gezofft. Die einen verglichen die anderen mit einer Wildsau, die anderen lästerten zurück: "Gurkentruppe!". Auf Krisengipfel folgten Neustartversuche. Bis niemand mehr mitzählte.

Ein Jahr sind Union und Liberale nun an der Macht - und man fragt sich: Was ist nur los im sogenannten bürgerlichen Lager?

Die Wirtschaft brummt wieder, die Arbeitslosigkeit sinkt, doch die Menschen danken es ihrer Regierung nicht. 80 Prozent sind unzufrieden mit der Arbeit von Schwarz-Gelb, Rot-Grün hat die Koalition in den Umfragen längst abgehängt. Und ein Stimmungsumschwung ist nicht in Sicht.

Dabei hat Angela Merkel die Sommerpause zur Besinnung genutzt und Besserung gelobt. Die Kanzlerin hat den "Herbst der Entscheidungen" ausgerufen. Gesundheitsreform, Hartz-IV-Korrektur, Energiekonzept - die Koalition geht nun große Themen an, die sie in den ersten Monaten lieber liegen ließ.

Doch schon droht neues Ungemach.

SPIEGEL ONLINE über die zehn Phasen der schwarz-gelben Selbstdemontage - wie die Regierung so abstürzen konnte: zum Zeitstrahl des Niedergangs...