Einweihung von Kelten-Museum Wachmänner als Neonazis enttarnt

Peinliche Panne zur Eröffnung des neuen Kelten-Museums in Hessen: Zwei Wachmänner sollen der NPD angehören, noch während der Feierlichkeiten wurden die mutmaßlichen Neonazis entdeckt. Die Museumsleitung will beiden Sicherheitsleuten nun Hausverbot erteilen.
Museum "Keltenwelt am Glauberg": Ausgrabungen begannen während der Nazi-Zeit

Museum "Keltenwelt am Glauberg": Ausgrabungen begannen während der Nazi-Zeit

Foto: Frank Rumpenhorst/ dpa

Glauburg - Bei der Eröffnung eines landeseigenen Kelten-Museums in Mittelhessen sind zwei mutmaßliche Mitglieder der rechtsextremen NPD als Wachmänner eingesetzt worden. Die Männer seien bei einem privaten Sicherheitsdienst beschäftigt und noch während der Eröffnungsveranstaltung am Donnerstag von ihrem Posten abgezogen worden, teilte das hessische Wissenschaftsministerium in Wiesbaden mit. Das Land will nun prüfen, ob es den Vertrag mit der beauftragten Sicherheitsfirma kündigen kann.

Zuvor hatte die "Bild"-Zeitung auf ihrem Online-Portal berichtet, die beiden einschlägig bekannten Männer hätten die zentrale Statue des Keltenfürsten bewacht - im Auftrag des Landes. Einer der beiden sei Beisitzer im NPD-Landesvorstand, der andere arbeite für die regionale NPD.

Die heidnischen Kelten werden von zahlreichen Neonazis verehrt. Germanische und auch keltische Runen werden ebenso wie Symbole mit Bezug zum Nationalsozialismus von rechtsextremen Gruppen genutzt. Außerdem begannen die archäologischen Ausgrabungen am Glauberg ausgerechnet in der Nazi-Zeit zwischen 1933 und 1939.

Das neue Museum in Hessen soll Leben und Kultur der Kelten vermitteln - auf historischem Grund. Es steht dort, wo die antike Volksgruppe um das 5. Jahrhundert vor Christus ein Zentrum hatte. Der Neubau präsentiert mit verschiedenen Medien die Geschichte der Kelten von ihren Anfängen über die Glauberger Zeit bis hin zu ihrer heutigen Bedeutung etwa in Literatur oder Musik.

amz/dpa
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