Ex-Grüne Twesten soll "unmoralisches Angebot" der CDU erhalten haben

Elke Twesten bestreitet, dass sie mit Versprechen der CDU von den Grünen abgeworben wurde. Doch einem Bericht zufolge hat sie Kollegen etwas anderes erzählt.
Ex-Grüne Elke Twesten

Ex-Grüne Elke Twesten

Foto: Peter Steffen/ dpa

Sie habe sich nicht "kaufen" lassen und sei auch nicht Teil einer "Intrige": Die niedersächsische Abgeordnete Elke Twesten weist den Verdacht zurück, sie habe sich mit Lockangeboten zum Wechsel von den Grünen zur CDU bewegen lassen.

In der "Nordwest Zeitung"  berichten nun aber zwei Personen von Gesprächen, in denen Twesten wörtlich gesagt habe, ein "unmoralisches Angebot der CDU" erhalten zu haben. Sowohl der Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen-Fraktion im Landtag, Helge Limburg, als auch der frühere Landtagspräsident Rolf Wernstedt bestätigen den Wortlaut in der "NWZ".

"Sie war tief enttäuscht über ihre Lage", sagte Wernstedt. Er habe laut "NWZ" noch am Mittwoch versucht, Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) zu informieren, dieser habe aber erst am Donnerstagvormittag von dem Gespräch erfahren.

In einem Gespräch mit dem Deutschlandfunk hatte Twesten, die für ihr Vorgehen von Weil und ihrer Ex-Partei stark kritisiert wurde, am Samstag gesagt: "Vonseiten der CDU gab es keine Versprechungen oder - wenn man jetzt einen Blick in die soziale Netzwelt legt - sogar Ablösesummen, von denen da groteskerweise die Rede ist." Es habe in den vergangenen zwei Wochen konkrete Gespräche mit dem niedersächsischen CDU-Fraktionschef Björn Thümler und dem CDU-Landesvorstand gegeben. Die Initiative sei von beiden Seiten ausgegangen. "Wir haben uns aufeinander zubewegt."

Am Sonntag hatte sich Twesten zudem mit einem "Statement an die Landespressekonferenz" direkt an ihre Kritiker gewandt und den Vorwurf erneut zurückgewiesen: Es seien "haltlose Unterstellungen", da sie bei der kommenden Wahl nicht für die CDU in den Landtag einziehen könne. Mit Kritik habe sie gerechnet, aber was sie nun von Grünen-Parteifreunden erlebe, sei "zum Teil niederträchtig, zutiefst beleidigend und menschlich unanständig". Die wahren Gründe für ihren Wechsel seien rein inhaltlicher Natur.

Auch der niedersächsische CDU-Spitzenkandidat Bernd Althusmann hatte den Verdacht eines Lockangebots bestritten: "Jegliche Legendenbildung, wir hätten die Abgeordnete Twesten zum Übertritt bewegt, sind definitiv falsch und verleumderisch", sagte er der "Welt am Sonntag". "Es gibt keinerlei Versprechungen."

Twesten, die in ihrem Wahlkreis in Rotenburg nicht wieder für die Landtagswahl nominiert worden war, hatte am Freitag ihren Austritt aus der Grünen-Fraktion im niedersächsischen Landtag verkündet und erklärt, sie sehe ihre Zukunft in der CDU. Damit löste sie eine Regierungskrise aus. Da Rot-Grün nun keine Mehrheit mehr besitzt, prüft die Landesregierung , ob bereits am 24. September vorgezogene Neuwahlen stattfinden können.

eth