Bundestagswahlkampf Arbeitnehmerflügel der Union fordert Vaterschaftsurlaub nach der Geburt

Unionspolitiker wollen drei Tage Familienzeit für Väter einführen. In einem neuen Papier fordert der Arbeitnehmerflügel von der Partei, das Thema im Bundestagswahlkampf aufzugreifen.
Vater mit Kind (Symbolbild)

Vater mit Kind (Symbolbild)

Foto: Johner Images / Getty Images

Noch immer nehmen Männer seltener Elternzeit als Frauen. Die Arbeitnehmerflügel der Union wollen Männer nun zu mehr Familienzeit ermutigen. In einem Papier fordern die Christlich-demokratische Arbeitnehmerschaft Deutschlands (CDA) und die Christlich-Soziale Arbeitnehmerschaft (CSA) ihre Partei auf, drei Tage Vaterschaftsurlaub bei der Geburt eines Kindes einzuführen.

»Die Bindung zwischen Kind und Eltern wird in den ersten Tagen nach der Geburt besonders geprägt«, heißt es in dem Papier , das sich an die Vorsitzenden und Generalsekretäre der Union richtet. »Wir wollen, dass die Familie die Tage nach der Geburt verlässlich gemeinsam verbringen kann.«

Zuletzt hatte der Deutsche Gewerkschaftsbund in einem Gutachten zehn Tage bezahlten Urlaub für Väter nach der Geburt ihres Kindes gefordert, so sieht es auch eine Richtlinie der EU vor. Währenddessen, so die Forderung, sollte das Gehalt zu 100 Prozent weitergezahlt werden. Das Bundesfamilienministerium hingegen hält die bisherige Elterngeldregelung für ausreichend.

Die CDA wird von Karl-Josef Laumann angeführt, er ist zugleich Arbeitsminister im Kabinett des nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten und neuen CDU-Vorsitzenden Armin Laschet.

In ihrem Papier, über das zuerst die »Welt« berichtete , fordert die CDA außerdem eine stärkere Regulierung von Werkverträgen und die Eindämmung von prekären Arbeitsverhältnissen. »Leiharbeits- und befristete Arbeitsverhältnisse sind kein sicheres Fundament für Beschäftigte und ihre Familien. Sie gefährden den Zusammenhalt der Gesellschaft und müssen deshalb eingeschränkt werden.«

Auch das Arbeiten im Homeoffice will der linke Unionsflügel stärker regulieren und fordert unter anderem ein »Recht auf Abschalten«, die geleistete Arbeit müsse erfasst und voll vergütet werden. Die Kosten für die Grundaustattung im Homeoffice solle der Arbeitgeber tragen. Abweichungen von Höchstarbeitszeiten solle es nur auf der Grundlage von Tarifverträgen geben.

mfh/slü