Spiel Deutschland gegen Ungarn München will EM-Stadion in Regenbogenfarben

Alle Fraktionen im Münchner Stadtrat sind sich einig: Das Stadion soll beim EM-Spiel gegen Ungarn in Regenbogenfarben leuchten – als Signal gegen das LGBTQ-feindliche Zensurgesetz der Orbán-Regierung.
Münchner Stadion in Regenbogenfarben (im Juli 2016): Entscheiden müssen Uefa und DFB

Münchner Stadion in Regenbogenfarben (im Juli 2016): Entscheiden müssen Uefa und DFB

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Tobias Hase / dpa

Erst am Dienstag hat das ungarische Parlament ein Gesetz gebilligt, das die Informationsrechte von Jugendlichen in Hinblick auf Homosexualität und Transsexualität einschränkt. Das Gesetz gilt als besonderes Anliegen von Ministerpräsident Viktor Orbán. Seit Bekanntwerden des Gesetzesvorhabens waren Rufe nach einem klaren Zeichen bei der Fußball-EM in Deutschland laut geworden.

Nun hat der Münchner Stadtrat sich dem angeschlossen. Das Parlament fordert eine Regenbogen-Beleuchtung der EM-Arena für das Spiel Deutschland gegen Ungarn. »Die Landeshauptstadt bekennt sich zu Vielfalt, Toleranz und echter Gleichstellung im Sport und in der ganzen Gesellschaft«, heißt es in einem fraktionsübergreifenden Antrag .

Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) will nun bei Uefa und DFB für eine Regenbogen-Arena werben. Über den Antrag soll der Stadtrat zwar erst am Mittwoch, dem Spieltag, offiziell entscheiden, doch so lange will Reiter nicht warten. »Nachdem der Antrag von allen Fraktionen gestellt wurde, werde ich mich bereits Anfang der Woche an den Veranstalter Uefa/DFB wenden«, sagte er. Das sei ein wichtiges Zeichen für Toleranz und Gleichstellung.

Der Lesben- und Schwulenverband in Deutschland (LSVD) begrüßte die Idee. »Gerade weil wir im ›Pride Month‹ sind. Das wäre ein klares Zeichen«, sagte LSVD-Bundesvorstand Christian Rudolph, der zugleich erster Ansprechpartner für geschlechtliche und sexuelle Vielfalt beim DFB ist. Die Europäische Fußball-Union Uefa sei nun gefordert, »das Vorhaben zu unterstützen«.

Rudolph verwies auch auf die Kapitänsbinde in Regenbogenfarben, die Nationaltorwart Manuel Neuer bereits im ersten Vorrundenspiel in München gegen Frankreich (0:1) getragen hatte. »Es macht bei solchen Spielen noch einmal mehr Sinn – es ist wichtig, dass solche Aktionen nicht mehr verboten werden«, sagte Rudolph. Der Sport dürfe sich nicht verstecken und müsse zu seinen Werten stehen.

Nach dem Willen der Stadträte soll auch das Münchner Rathaus mit Regenbogenfahnen beflaggt werden. »Anlässlich des EM-Spiels Deutschland gegen Ungarn ist es der Landeshauptstadt München wichtig, ein sichtbares Zeichen der Solidarität mit der LGBTI Community in Ungarn zu setzen, die unter der aktuell verschärften homo- und transphoben Gesetzgebung der ungarischen Regierung zu leiden hat«, heißt es in dem Antrag. Das Spiel gegen Ungarn sei eine Möglichkeit, »die Botschaft zu senden, dass München für eine bunte, vielfältige und tolerante Gesellschaft steht«.

fdi/dpa
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