Engagement für Europa Emmanuel Macron erhält Aachener Karlspreis

Seit seinem Amtsantritt setzt sich Frankreichs Präsident Emmanuel Macron für ein starkes Europa ein. Dafür erhält er nun den Karlspreis 2018 der Stadt Aachen.

Emmanuel Macron
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Der französische Staatspräsident Emmanuel Macron wird für seine besonderen Verdienste um Europa mit dem Karlspreis 2018 ausgezeichnet. Das teilten die Stadt Aachen und das Karlspreis-Direktorium mit.

In einer viel beachteten Rede in der Pariser Sorbonne-Universität hatte der Präsident Ende September nicht weniger als eine "Neugründung Europas" ausgerufen. Nach dem Brexit-Schock verlangte er, die EU müsse sich neu aufstellen. Im Kern ging es Macron um eine Vertiefung in Bereichen wie Wirtschaft und Verteidigung sowie um mehr Demokratie.

Außerdem propagierte Macron einen eigenen Haushalt und einen Finanzminister für die Eurozone. Aus dem Budget sollen gemeinsame Investitionen finanziert werden, die auch südlichen Ländern zugute kommen sollen, mit einer Art "Marshallplan für die Eurozone".

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Mit dem renommierten Preis werden seit 1950 Persönlichkeiten und Institutionen geehrt, die sich um die europäische Einigung verdient gemacht haben. Nach der Entscheidung Großbritanniens, aus der Europäischen Union auszutreten, ehrte das Direktorium im vergangenen Jahr den britischen Publizisten, Historiker und entschiedenen EU-Befürworter Timothy Garton Ash.

2016 war der Preis an Papst Franziskus gegangen, 2015 erhielt Martin Schulz die Medaille, damals noch in seiner Funktion als EU-Parlamentspräsident. Auch Wolfgang Schäuble, die geschäftsführende Bundeskanzlerin Angela Merkel (beide CDU) und EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker haben die Auszeichnung schon erhalten. Die Preisverleihung für Macron soll wie üblich in der ersten Jahreshälfte des kommenden Jahres in Aachen stattfinden.

cht/dpa/AFP



insgesamt 24 Beiträge
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Duzend 08.12.2017
1. Europa stärken
Nur gut, daß es noch andere Karlspreise gibt. Z.B. den Kölner Karlspreis für engagierte Literatur und Publizistik, den dieser Tage Ken Jebsen entgegennehmen darf. Karlspreiswürdig ist grundsätzlich zunächst einmal alles, was Europa und die europäische Kultur stärkt. Ich bin der Ansicht, daß Ken Jebsen mit seinen Produktionen einen erheblichen Beitrag zur Begradigung des Journalismus in Europa leistet. Ohne ihn gäbe es fast nur NATO-konforme Selbstzensur soweit das Auge reicht. Einen Pro-Imperialismus, der mittlerweile sogar die Parteispitze der LINKEN infiltriert - oder korrumpiert - hat. Ob ein Abgesandter des Großbanken-Syndikats etwas zur Stärkung der Bürger in Europa tun (die dort ja gut und gerne leben können sollten) oder doch wieder nur für das oberste Prozent tut, wie es seinem Auftrag entspricht, bleibt abzuwarten. Ich glaube, m an wäre gut beraten, ihm nur so weit trauen, wie man einen Konzertflügel schmeißen kann.
schwaebischehausfrau 08.12.2017
2. Mindestens genauso verdient...
...wie der Friedensnobelpreis damals für Obama. Da wusste auch kein Mensch, für welche Verdienste der verliehen wurde. Das Motiv für die Preisverleihung ist in beiden Fällen wohl das Gleiche: Hoffnung!! Macron ist jetzt gerade mal ein paar Monate im Amt und das, was er zur "Einigung Europas" vorschlägt, dient vor allem dazu, Financiers zu finden, die zukünftig sein durch jahrzehntelange Reformverweigerungen marodes und intl. nicht mehr wettbewerbsfähiges Land durchzufüttern. Ob das die "Einheit Europa's" (gemeint ist wohl die EU) stärken wird, darf man getrost bezweifeln
Überfünfzig, 08.12.2017
3. Die Eliten feiern sich mal wieder selbst.....
...obwohl mir, außer das Bekenntnis des franz. Präsidenten zu einer Einheits-EU unter franz. Führung, bisher nicht bekannt ist, was Macron denn bisher Positives für die EU (Nicht Europa) preiswürdiges geleistet hat? Heißt es da nicht in der Präambel ".....die sich um die europäische Einigung verdient gemacht haben"? Anscheinend sind in der Dämmerung des Projekt EU dem Kommitee würdige Preisträger abhanden gekommen und daher hat man sich flux den franz. Präsidenten gegriffen, der ja zusammen mit dem Martin den Laden so richtig umkrempeln will.
Großkarl 08.12.2017
4. Dienste?!?
Welche Dienste hat er den bis jetzt geleistet? Ein paar reden hat er geschwungen und Ideen aufgezeigt!! Und das nennt man heutzutage schon besondere Verdienste. Dieser Preis ist totaler Schwachsinn allein dass ihn Juncker bekommen hat, wofür?!? Er hat als Luxemburger PM doch mit seinen Steuerdeals die europäische Idee hintertrieben!!!
Klaus100 08.12.2017
5. Schwer zu erklären
Da entwickelt jemand ein paar Ideen, die er selbstverliebt den staunenden Royalisten in Frankreich präsentiert und schon gibt es den Karlspreis. Welch eine Abwertung für einen Preis, den früher respektable Persönlichkeiten für geleistete Beiträge bekamen. Macron hat noch nichts geleistet. Es ist alles Absicht, Projekt und manche Schnapsidee. Wir brauchen keinen französischen Zentralismus in Europa. Schon gar keinen, den Deutschland finanziert.
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