AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 7/2012

Energiewende Merkels Klimafonds fehlt das Geld

Neuer Gegenwind für die Energiewende der Bundesregierung: Weil die Einnahmen aus dem Handel mit Kohlendioxid-Zertifikaten niedriger ausfallen als geplant, fehlt nach SPIEGEL-Informationen nun das Geld für Fassadendämmung und alternative Energieerzeugung.

Kohlekraftwerk in Jänschwalde: Weniger Geld aus dem Emissionshandel als geplant
dapd

Kohlekraftwerk in Jänschwalde: Weniger Geld aus dem Emissionshandel als geplant


Hamburg - Nach dem Willen von Bundeskanzlerin Angela Merkel sollte er das Herzstück der deutschen Energiewende bilden: der Ende 2010 eingerichtete Energie- und Klimafonds. Doch gut ein Jahr später erweist sich der Fonds als Flop. Nach Informationen des SPIEGEL bleiben sowohl Einnahmen als auch Ausgaben erheblich hinter den Planungen zurück. Aus einem Bericht des Bundesfinanzministeriums an den grünen Bundestagsabgeordneten Sven-Christian Kindler geht hervor, dass der Fonds 2011 nur ein Viertel der geplanten 300 Millionen Euro eingenommen hat.

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Heft 7/2012
Verboten gefährlich

Mit dem Fonds sollen Energiesparmaßnahmen, zum Beispiel Dämmplatten für Häuserfassaden, ebenso finanziert werden wie neue Energiequellen. Doch nicht nur bei den Einnahmen, auch bei den Ausgaben verfehlt der Fonds seine Ziele. Statt 300 Millionen wurden bislang nur 46,6 Millionen Euro verteilt. Die Bundesregierung "versagt bei der Finanzierung und der Umsetzung der Energiewende", sagte Kindler dem SPIEGEL.

Auch 2012 rechnet die Bundesregierung mit einer leeren Klimakasse: Die Einnahmen aus dem Emissionshandel, die den Fonds künftig speisen sollen, fielen erheblich geringer aus als gedacht, da die Kohlendioxid-Zertifikate derzeit statt der kalkulierten 17 Euro nur 7,50 Euro wert seien. Das Finanzministerium erwägt nun, dem Fonds mit einem Darlehen aus dem Bundeshaushalt mehr Geld zu verschaffen.

Der Energie- und Klimafonds hat bereits eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Ursprünglich sollte sich dieser Nebenhaushalt aus den Abgaben von Kernkraftwerks-Betreibern speisen - ein Ausgleich für die Laufzeitverlängerung, die Schwarz-Gelb den Atomkonzernen ursprünglich gewähren wollte. Doch als die Bundesregierung nach dem Reaktorunglück von Fukushima auf Ausstiegskurs umschwenkte, stoppten die Kraftwerksbetreiber ihre Zahlungen. Seitdem ist der Fonds allein auf die Einnahmen aus dem Emissionshandel angewiesen.

ric



insgesamt 36 Beiträge
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Seite 1
hartsch 12.02.2012
1. wirklich?
Zitat von sysopdapdNeuer Gegenwind für die Energiewende der Bundesregierung: Weil die Einnahmen aus dem Handel mit Kohlendioxid-Zertifikaten niedriger ausfallen als geplant, fehlt nach SPIEGEL-Informationen nun das Geld für Fassadendämmung und alternative Energieerzeugung. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,814765,00.html
das geld fehlt? kann nicht sein, da steht der deutsche goldscheissende steuermichel doch gerne für ein!
RudiLeuchtenbrink 12.02.2012
2. Ablasshandel 2012
die weltweiten Produzenten machen den Schwindel zugunsten von London nicht mehr mit. Deutschland kann ohne China Indien, Südafrika etc. den Spuk nicht mehr durchhalten. Die "Bild" erklärt es sehr rührig. Nach dem Ablasshandel kam Martin Luther, nach der CO2 Sekte ein neues Währungssystem. Gruß lbm
b.oreilly 12.02.2012
3. kein Geld?
ach je, muss man sich nun um Ex-Vizepräsident Al Gore Sorgen machen, dass er nun bald im Foodstamp-Programm aufgenommen wird? 35 Unwahrheiten in "Eine unbequeme Wahrheit" - Al Gore's Film zum Klimawandel am Pranger (http://www.klimawandel-global.de/klimawandel/kritische-stimmen/35-unwahrheiten-in-eine-unbequeme-wahrheit-al-gores-film-zum-klimawandel-am-pranger/)
Quagmyre 12.02.2012
4. Geld?
Zitat von sysopdapdNeuer Gegenwind für die Energiewende der Bundesregierung: Weil die Einnahmen aus dem Handel mit Kohlendioxid-Zertifikaten niedriger ausfallen als geplant, fehlt nach SPIEGEL-Informationen nun das Geld für Fassadendämmung und alternative Energieerzeugung. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,814765,00.html
Kein Geld? Kein Problem! Rasch mal wieder in den Sprachrohrmedien ein paar mehr CO2-religiös-inquisitorische Klimapanik-Artikel bringen, untermauert durch Aussagen einschlägiger "Experten". Dann öffnen die Bürger doch gerne wieder den Geldbeutel für die dann anstehende kassenfüllende CO2-Klimarettungs-Sondersteuer. Alles nur zum Wohle unserer Kinder, versteht sich.
nitram1 12.02.2012
5. Im Namen der Klimakirche
Zitat von sysopdapdNeuer Gegenwind für die Energiewende der Bundesregierung: Weil die Einnahmen aus dem Handel mit Kohlendioxid-Zertifikaten niedriger ausfallen als geplant, fehlt nach SPIEGEL-Informationen nun das Geld für Fassadendämmung und alternative Energieerzeugung. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,814765,00.html
und der der selbst erfundenen CO2-getriebenen Klimaerwärmung will man, speziell wieder einmal den deutschen, Bürger ausplündern und gängeln oder? Aber für den heißt es längst: Rette sich wer kann! Michael Miersch | Der Ökologismus als neue Religion der Wohlstands-Eliten (http://www.politik-poker.de/der-oekologismus-als-neue-religion-der-wohlstands-eliten.php)
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