Engagement für die Wirtschaft Westerwelle wirbt für Bonner Luxushotel

Guido Westerwelle sieht sein Engagement für befreundete Unternehmer gern als ganz normales politisches Alltagsgeschäft. Neueste Initiative: Die Eröffnung einer Luxusherberge, die sein Lebensgefährte mit organisierte. Dabei lobte der Minister das Haus als eines der weltweit "spannendsten Hotels".
Lobby des Kameha Grand Bonn: Westerwelle engagiert sich für Unternehmer

Lobby des Kameha Grand Bonn: Westerwelle engagiert sich für Unternehmer

Foto: Kameha Grand Bonn

Hamburg - Außenminister Guido Westerwelle droht neuer Ärger wegen seines Engagements für einen Hotelunternehmer. Am vergangenen Sonntag trat der Vizekanzler bei der Eröffnung des Bonner Luxushotels Kameha Grand an. Zu den Veranstaltern des Events gehört Westerwelles Lebensgefährte Michael Mronz.

Der FDP-Chef hatte das Hotel vor Gästen wie Thomas Gottschalk, der Begum Aga Khan und Ex-Pornostar Michaela Schaffrath feierlich eröffnet und als eines der weltweit "spannendsten Hotels" gelobt. Westerwelle und Mronz bestätigten den Vorgang gegenüber dem SPIEGEL.

Westerwelle betonte, er habe die Veranstaltung als Bonner Wahlkreisabgeordneter besucht. Mronz erklärte über einen Sprecher, er habe seinen Auftraggebern die Teilnahme von Westerwelle "zu keinem Zeitpunkt der Zusammenarbeit in Aussicht gestellt". Westerwelle habe "kein Honorar oder geldwerte Vorteile erhalten". Seinen eigenen Gewinn wollte Mronz nicht beziffern, allerdings habe er den Profit "am Tag nach der Veranstaltung wohltätig gespendet".

Westerwelles enge Verbindungen zu Unternehmern prägt auch die Auslandsreisen des Vizekanzlers. Zu Delegationen des Außenministers gehörten Manager, die zuvor an die FDP gespendet hatten. So ist bei seiner für diese Woche geplanten Südamerika-Reise Ralph Dommermuth dabei. 2005 überwies der Gründer von United Internet 48.000 Euro an die FDP.

Bei Westerwelles Antrittsbesuchen in Estland, Japan und China im Januar war Cornelius Boersch Teil der Delegation. Der deutsche Unternehmer ist Gründer der Schweizer Beratungs- und Beteiligungsfirma Mountain Partners Group. Er hat der FDP bislang über 160.000 Euro gespendet. Bis kurz nach der Wahl war Westerwelle im Beirat eines Tochterunternehmens und kassierte dafür jährlich mindestens 7000 Euro. Zu den Gästen gehörte außerdem Miele-Chef Reinhard Zinkann. Miele ist Co-Sponsor des von Mronz vermarkteten Aachener Reitturniers.

Auch Mronz war auf dem Trip dabei.