Entwarnung bei Grünen-Fraktionschef Trittin nach Schwächeanfall wohlauf

Es klang besorgniserregend - weil Jürgen Trittin schon einen Herzinfarkt hinter sich hat: Der Chef der Grünen-Bundestagsfraktion erlitt am Donnerstagabend einen Schwächeanfall. Doch die Ärzte gaben Entwarnung, er hat nur einen grippalen Infekt und kann schon am Wochenende wieder Termine absolvieren.

Grünen-Politiker Trittin: Nach seinem Grippeanfall wieder wohlauf
dapd

Grünen-Politiker Trittin: Nach seinem Grippeanfall wieder wohlauf


Berlin - Am späten Freitagmorgen saß er bereits wieder im Zug Richtung Berlin: Es gehe ihm gut, ließ Jürgen Trittin, 56, über seine Pressestelle ausrichten. Am Nachmittag hieß es dann sogar, der Chef der Grünen-Bundestagsfraktion werde am Samstag möglicherweise schon wieder Termine wahrnehmen.

Am Abend zuvor hatte es danach nicht ausgesehen: Trittin musste eine Veranstaltung im niedersächsischen Northeim wegen eines Schwächeanfalls abbrechen. Er war zu einer Podiumsdebatte der IG Metall mit SPD-Chef Sigmar Gabriel und dem Linken-Vorsitzenden Klaus Ernst eingeladen. Nach Angaben von Augenzeugen wirkte Trittin schon angeschlagen, als er vom Moderator vorgestellt wurde. Kurz darauf verließ der Grünen-Politiker ohne Begründung die Bühne und kehrte nicht zurück.

Nach Angaben der "Hessisch-Niedersächsischen Allgemeinen" wurde Trittin gut eine Stunde vor Ort von einem Notarzt behandelt, bevor er ins Krankenhaus gebracht wurde. "Trittin verbrachte die Nacht zur Beobachtung im Krankenhaus. Außer Anzeichen eines grippalen Infekts wurde nichts festgestellt", hieß es am Freitag in einer Mitteilung der Pressestelle der Grünen-Fraktion.

Trittin hatte im Januar einen Herzinfarkt erlitten. Möglicherweise war der Grünen-Politiker deshalb auf Nummer sicher gegangen und hatte am Donnerstagabend die Veranstaltung abgebrochen und den Notarzt rufen lassen. Seit seiner achtwöchigen Auszeit nach dem Herzinfarkt soll Trittin keine gesundheitlichen Probleme mehr gehabt haben.

An einer Podiumsdebatte seiner Fraktion am Freitag in Berlin nahm Trittin nicht teil. Er sollte ursprünglich am späten Vormittag mit Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen über die Zukunft des Militärbündnisses diskutieren.

Trittin gilt bei den Grünen als wichtigster politischer Kopf. Sollte seine Co-Fraktionschefin Renate Künast im kommenden Herbst bei den Abgeordnetenhaus-Wahlen wie erwartet gegen Berlins Bürgermeister Klaus Wowereit antreten, würde Trittins Rolle noch wichtiger.

flo/dpa



insgesamt 1854 Beiträge
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Seite 1
semir, 09.07.2010
1.
Zitat von sysopDie Grünen steuern in Umfragen auf die 20-Prozent-Marke zu, in NRW regieren sie wieder mit - und träumen in Berlin schon vom Regierenden Bürgermeister-Posten. Ist das gerechtfertigt?
Die mit den Regierenden unzufriedene Bevölkerung sucht nach Erlösung und denkt das diese bei den Grünen zu finden ist.Nur wird dabei vergessen das diese Schröders Politik mitgetragen haben. Es ist also nicht gerechtfertigt, sondern ein typisches suchen der Schafherde nach dem Messias.
henningr 09.07.2010
2.
Zitat von sysopDie Grünen steuern in Umfragen auf die 20-Prozent-Marke zu, in NRW regieren sie wieder mit - und träumen in Berlin schon vom Regierenden Bürgermeister-Posten. Ist das gerechtfertigt?
Eine Umfallerpartei, die wegen der Machtoption teils ihre Gründungsideale opferte und im Fall der Fälle für Union als neuer Partner bereit stehen wird.
querulant_99 09.07.2010
3. Reine Verzweiflung
Zitat von sysopDie Grünen steuern in Umfragen auf die 20-Prozent-Marke zu, in NRW regieren sie wieder mit - und träumen in Berlin schon vom Regierenden Bürgermeister-Posten. Ist das gerechtfertigt?
Nein, das sieht für mich eher aus wie eine Verzweiflungstat derjenigen, die von der CDU und SPD vergrault wurden. Die Linke ist für viele aus unterschiedlichen Gründen auch nicht wählbar. Die FDP hat sich selbst ins Abseits manövriert. Sehr groß ist die Auswahl dann nicht mehr. Und die Splitterparteien kennt man ja auch nur, weil deren Plakate alle 4 Jahre am Straßenrand stehen.
Robert B., 09.07.2010
4. Mmh ja, der Titel.
Zitat von sysopDie Grünen steuern in Umfragen auf die 20-Prozent-Marke zu, in NRW regieren sie wieder mit - und träumen in Berlin schon vom Regierenden Bürgermeister-Posten. Ist das gerechtfertigt?
Ich staune immer wieder über die Prozentzahlen der Grünen. Und frage mich gleichzeitig, wer wählt die? In meinem Umfeld niemand. Bei dem Unfug den sie zusammen mit der SPD verzapft haben eh nicht. CDU und FDP sind ja nun auch nicht der Brüller. Aber eine Partei mit diesen Vorzeigevorsitzenden?? Es gibt also noch genug Masochisten.
Pinarello, 09.07.2010
5.
Zitat von querulant_99Nein, das sieht für mich eher aus wie eine Verzweiflungstat derjenigen, die von der CDU und SPD vergrault wurden. Die Linke ist für viele aus unterschiedlichen Gründen auch nicht wählbar. Die FDP hat sich selbst ins Abseits manövriert. Sehr groß ist die Auswahl dann nicht mehr. Und die Splitterparteien kennt man ja auch nur, weil deren Plakate alle 4 Jahre am Straßenrand stehen.
Joop, sehe ich auch so, die Grünen werden derzeit wohl als das kleinste aller politischen Übel angesehen, hier in Bayern ist ja selbst die CSU nicht mehr wählbar, seit Horst Kasperlhofer mit seinem Söder die Partei anführt bzw. in den Untergang führt. Allerdings, wenn ich dann wie vor einigen Tagen die aufgedonnerte Claudia Roth im Fernsehen anhören muß, dann wird mir ebenfalls richtig übel.
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