Erbschaftsteuer-Streit Steinbrück zu Kompromiss bereit

Der SPD-Finanzminister geht auf die Union zu: Peer Steinbrück kann sich einen weitgehenden Kompromiss zur Erbschaftsteuerreform vorstellen. Erben eines Unternehmens sollen nur noch zehn Jahre die Firma weiterführen müssen - und bei einem vorherigen Verkauf weniger zahlen.


Berlin - Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) ist zu weitreichenden Zugeständnissen bei der Reform der Erbschaftsteuer bereit. Nach SPIEGEL-Informationen sollen Erben eines Unternehmens weitgehend von der Steuer verschont bleiben, wenn sie die Firma mindestens zehn Jahre lang weiterführen. Im ursprünglichen Gesetzentwurf war noch eine Frist von 15 Jahren vorgesehen.

Außerdem soll die Erbschaftsteuer nicht wie bislang geplant komplett fällig werden, wenn das Unternehmen vor Ablauf der Haltefrist verkauft wird. Stattdessen soll sie anteilig anfallen. Verkaufen die Erben die Firma zum Beispiel nach fünf Jahren, müssen sie auch nur die Hälfte der Steuer entrichten.

"Wir würden uns einer solchen Lösung nicht entgegenstellen", heißt es im Finanzministerium. Mit seiner Kompromissbereitschaft will Steinbrück dem Koalitionspartner entgegenkommen. Vor allem die CSU hatte Bedenken gegen den bisherigen Gesetzentwurf geäußert.



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