"Erdowahn stoppen" Jugendverbände rufen zu Anti-Erdogan-Demo in Köln auf

Am Sonntag planen Anhänger des türkischen Präsidenten Erdogan eine Großkundgebung in Köln. Die Jugendorganisationen von SPD, FDP, Grünen und Linkspartei starten eine Gegendemo.

Recep Tayyip Erdogan
AP

Recep Tayyip Erdogan


Mehr Demokratie und die Aufhebung des Ausnahmezustands sowie den sofortigen Stopp aller Bemühungen, die Todesstrafe wiedereinzuführen: Das fordern die Jugendverbände Kölner Parteien von der türkischen Regierung.

Am kommenden Sonntag wollen die Anhänger der Jusos und Julis, der Grünen Jugend und der Linksjugend Köln dafür gemeinsam auf die Straße gehen. Der Titel der Demonstration: "Erdowahn stoppen".

Der Protestmarsch ist als Gegendemo geplant zu der Kundgebung der Union Europäisch-Türkischer Demokraten (UETD), die ebenfalls für Sonntag in der Kölner Innenstadt angesetzt ist. Bei der Veranstaltung zum Thema "Militärputsch in der Türkei" rechnet die Polizei mit bis zu 15.000 Teilnehmern.

Die UETD unterstützt die Regierungspartei AKP des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan, der seit Donnerstag weitgehend per Dekret regiert. Nach einem gescheiterten Putschversuch gilt in dem Land der Ausnahmezustand. Am Montagabend strahlte die ARD ein Interview mit dem türkischen Machthaber aus, in dem er sein Vorgehen rechtfertigt - und Probleme in der Türkei von sich weist.

Der Kölner Polizeipräsident Jürgen Mathies blickt mit Sorge auf Sonntag. "Wir müssen auch dringend verstehen, was in den sozialen Netzwerken geschrieben wird", sagte Mathies dem "Kölner Stadt-Anzeiger". Es werde geprüft, ob die Behörde die Bürger während der Demonstrationen über soziale Netzwerke auf Türkisch informiert. Auch die rechtsextremistische Partei Pro NRW hat zu einer Gegendemonstration aufgerufen.


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vks/dpa



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spon-facebook-1425926487 26.07.2016
1. Schade
Eine an sich sinnvolle Initiative, gegen den Rechts-Aussen Erdogahn zu protestieren. Zumal er bekannt dafür ist, die hier lebenden "seine Türken" genannte Menschen zu polarisieren und aufzuhetzen. Aber eine Demo, die von den Links-Populisten organisiert wird, werde ich natürlich nicht nicht besuchen, denn das würde wieder die Linken stärken.
gekreuzigt 26.07.2016
2. Eigentlich sollten wir es da halten
wie der österreichische Außenminister. Türkische Innenpolitik kann jeder gern in der Türkei betreiben.
chramb80 26.07.2016
3. Mutig, mutig
In Köln, gegen Erdogan? Das könnte intressant werden, wenn Türken aus ganz NRW anreisen um ihre Symphatie für ihren Präsidenten kund zu tun.
AndreHa 26.07.2016
4.
Das gibt Ärger. :-/ Trotzdem Respekt an alle Gegendemonstranten.
hans.bertram 26.07.2016
5. Dann kann
an ja nur hoffen, dass die Erdogan-Fanatiker die Aktion auch begrüßen. Ich wage es zu bezweifeln. Es wird sicherlich als Provokation verstanden und mit unnötiger Härte beantwortet. Diese Erdogan-Fanatiker sind nicht mit normalen Maßstäben zu messen. Eine echte Herausforderung der Polizei und des Rechtsstaates.
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