Erfurt Unbekannte spießen Tierkadaver auf Moschee-Baugrund

Schweinepfoten und Innereien: In Erfurt haben Unbekannte neun Holzspieße mit Tierkadavern in ein Grundstück gesteckt - auf dem eine Moschee gebaut werden soll. Der Staatsschutz ermittelt.

Die muslimische Ahmadiyya-Gemeinde will in Erfurt eine Moschee bauen. Nun haben Unbekannte auf dem Grundstück in der thüringischen Landeshauptstadt neun Holzspieße mit Tierkadavern in den Boden gesteckt.

Auf den bis zu 1,5 Meter hohen Spießen seien unter anderem ein halber Schweinekopf, Schweinepfoten und Innereien angebracht worden, teilte die Polizei am Montag in Erfurt mit. Der Verzehr von Schweinefleisch ist im Islam verboten.

Nach Polizeiangaben führt der Staatsschutz der Kriminalpolizei die Ermittlungen. Gegen den Moscheebau im Erfurter Ortsteil Marbach hatte es bereits in der Vergangenheit Proteste gegeben. Moschee-Gegner hatten auf einem Nachbargrundstück große Holzkreuze errichtet. Der AfD-Politiker Björn Höcke soll im vergangenen Jahr den geplanten Bau des Gotteshauses als "Teil eines langfristigen Landnahmeprojekts" bezeichnet haben.

Die Ahmadiyya Muslim Jamaat (AMJ) ist eine im 19. Jahrhundert in Indien gegründete muslimische Bewegung, die nach eigenen Angaben weltweit Millionen Anhänger zählt. In Deutschland wurde der Ahmadiyya der Status einer Körperschaft öffentlichen Rechts zuerkannt. Die AMJ ist damit als erste muslimische Gemeinde den christlichen Kirchen rechtlich gleichgestellt und kann zum Beispiel Islamunterricht an Grundschulen geben sowie von ihren Mitgliedern Steuern erheben.

dop/dpa
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