Thüringen Erfurt will Neonazis den Besuch von Museen verbieten

Rechtsextreme sollen draußen bleiben: Erfurt hat einen "Einlassvorbehalt" für städtische Kultureinrichtungen und -Veranstaltungen erlassen - bekannten Neonazis darf der Zutritt verweigert werden. Im Juli war es in Thüringens Landeshauptstadt zu Übergriffen während einer Ausstellung gekommen.


Erfurt - Mitte Juli überfielen Rechtsextreme eine Ausstellungseröffnung im Kunsthaus Erfurt. Sie schlugen den Kurator zusammen, mehrere weitere Gäste wurden verletzt. Jetzt reagiert die Stadt auf den brutalen Vorfall.

Thüringens Landeshauptstadt will einschlägig bekannten Rechtsextremen am Besuch von städtischen Museen, Kultureinrichtungen und Kulturveranstaltungen hindern. Die Hausordnung der kommunalen Kultureinrichtungen sei um eine entsprechende Klausel ergänzt worden, teilte die Stadtverwaltung am Freitag mit.

Demnach dürfen die Leiter der städtischen Einrichtungen, der Veranstaltungen oder deren Beauftragte von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, "die neonazistischen Organisationen angehören oder der extremen rechten Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch antisemitische, rassistische, menschenverachtende oder nationalistische Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Ausstellung oder Veranstaltung verwehren".

lgr/dpa

insgesamt 8 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
headmiller 03.08.2012
1. Hysterie ?
Zitat von sysopRechtsextreme sollen draußen bleiben: Erfurt hat einen "Einlassvorbehalt" für städtische Kultureinrichtungen und -Veranstaltungen erlassen - bekannten Neonazis darf der Zutritt verweigert werden. Im Juli war es in Thüringens Landeshauptstadt zu Übergriffen während einer Ausstellung gekommen. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,848159,00.html
Rächt sich jetzt das Nichterkennen von krankhafter Hysterie? Vorsicht! Irgendwann wird auch die Urlaubsbräune verdächtig sein.
eigene_meinung 03.08.2012
2. ?
Muss man demnächst nachweisen, SPDCDSUFDP-Mitglied zu sein, um ein Museum besuchen zu dürfen?
Mach999 03.08.2012
3.
Zitat von headmillerRächt sich jetzt das Nichterkennen von krankhafter Hysterie? Vorsicht! Irgendwann wird auch die Urlaubsbräune verdächtig sein.
Finden sie es krankhaft hysterisch, wenn man gegen Gewalttaten vorgeht?
warzenmeissel 03.08.2012
4. Sicherlich
Zitat von eigene_meinungMuss man demnächst nachweisen, SPDCDSUFDP-Mitglied zu sein, um ein Museum besuchen zu dürfen?
nicht, aber Gewälttäter wird man draußen lassen dürfen
seine-et-marnais 03.08.2012
5. Canard enchaîné
Zitat von Mach999Finden sie es krankhaft hysterisch, wenn man gegen Gewalttaten vorgeht?
Der Canard enchaîne, ein satirisches Wochenblatt in Frankreich, hat vor kurzem folgende Geschichte als Witz? erzaehlt. Der brandenburgische Hotel- und Gaststaettenverband hat, dem Canard zufolge, eine Schulung abgehalten, "Wie erkenne ich als Hotel- oder Restaurantbesitzer Neonazis und verhindere dass die einen Saal oder Veranstaltungsraum buchen". Dem Canard zufolge ist es hoechst verdaechtig fuer den 18. Januar eine Geburstagsfeier anzumelden (da das der Gruendungstag des Kaiserreichs von 1871 ist). Erwiesen dass es sich zu 100% um Neonazis handelt ist wenn Bismarckheringe fuer die Mahlzeit bestellt werden. Ja, vom Ausland aus gesehen ist es teilweise krankhaft hysterisch was da in Deutschland ablaeuft. Sie koennen doch nicht verlangen dass jemand einen Gesinnungstest auf politische Korrektheit ablegt wenn er in ein Museum geht; und nach welchen Kriterien wird der Zutritt verweigert? Wenn es zu Zwischenfaellen kommt soll die Polizei einschreiten und das Ganze endet vor Gericht, und das muss fuer Rechts- und Linksradikale gelten.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.