CDU-Abgeordnete Steinbach kündigt ihren Rückzug für 2017 an

Nach 27 Jahren im Bundestag soll Schluss sein: Die CDU-Abgeordnete Erika Steinbach will nicht erneut kandidieren. Die 72-Jährige war bereits vergangenes Jahr als Präsidentin des Bundes der Vertriebenen zurückgetreten.

Erika Steinbach bei "Anne Will" (Archiv): "Eine Herzensangelegenheit"
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Erika Steinbach bei "Anne Will" (Archiv): "Eine Herzensangelegenheit"


Die CDU-Abgeordnete und langjährige Präsidentin des Bundes der Vertriebenen (BdV), Erika Steinbach, scheidet 2017 aus dem Bundestag aus. "Am Ende der laufenden Legislaturperiode gehöre ich 27 Jahre dem Deutschen Bundestag an", sagte sie. "Das ist schon eine stattliche Zahl." Für eine weitere Amtszeit werde sie nicht mehr kandidieren, sagte die Politikerin.

Als ihre wichtigsten Projekte im Bundestag nannte die 72-Jährige den neuen Gedenktag für die Opfer von Flucht und Vertreibung sowie die Bundesstiftung "Flucht, Vertreibung, Versöhnung". "Das war mir eine Herzensangelegenheit", sagte Steinbach.

Im vergangenen Jahr hatte sie sich nach 16 Jahren an der Spitze des BdV aus dem Amt zurückgezogen. Der CSU-Politiker Bernd Fabritius übernahm den Posten. Den Vorsitz im "Zentrum gegen Vertreibungen" will Steinbach auch nach Ende ihres Bundestagsmandats weiterführen.

Die Zeit im ersten gesamtdeutschen Bundestag habe sie besonders geprägt, sagte Steinbach. Zuletzt hätten die europäischen Probleme dominiert. Steinbach appellierte, in der Griechenlandkrise wieder zu einer Verständigung zu kommen. Allerdings schweiße eine gemeinsame Währung weder Familien noch Länder zusammen. "Zu glauben, mit dem Euro werde ewiger Frieden geschaffen, war von Anfang an falsch."

In den vergangenen Jahren hatte Steinbach zahlreiche Kontroversen ausgelöst. Vor allem das Verhältnis des BdV zum Nachbarland Polen hatte sich erheblich verschlechtert. 2010 nahm sie einen Vertriebenenfunktionär in Schutz, der Polen wegen seiner frühzeitigen Mobilmachung Mitschuld am Ausbruch des Zweiten Weltkriegs gegeben hatte. Ihre harsche Kritik an Polens Deutschland-Beauftragten Wladyslaw Bartoszewski, dem sie einen "schlechten Charakter" vorwarf, bedauerte sie jedoch später.

vks/dpa

insgesamt 19 Beiträge
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Seite 1
ichsagemal 07.08.2015
1.
...Frau Steinbach hst bestimmt einen guten Job gemacht. Da ich sie aber bislang nicht wahrgenommen habe, werde ich sie auch nicht vermissen. Viel Glück bereits heute für den Ruhestand in der Zukunft.
lini71 07.08.2015
2. Schade oder auch nicht
Die Tweets mit Belustigungspotential werden fehlen, die Dame wird mir nicht fehlen. Wer dermaßen abstrusten Unsinn vertritt, hatte eigentlich im Bundestag nichts verloren
knut.boetticher 07.08.2015
3. Nachruf
Falls Frau Steinbach einen Nachruf verdient, dann in etwa den: Es ist in der heutigen Zeit unverständlich und zum Schaden Deutschlands vor unseren Nachbarländern, dass ihre Partei ihr so lange eine solche Bühne, wie den Deutschen Bundestag für ihre schlimmen und oft die Grenzen des Erträglichen weit überschreitenden Ansichten und Aussagen zu Ursachen und Folgen des letzten Krieges geboten hat. Bis auf ein paar Unbelehrbare wird sie wohl kaum jemand vermissen.
holla,diewaldfee 07.08.2015
4. Die Beste Nachricht des Tages!
Dieser Schritt wäre leider schon vor hundert Jahren fällig gewesen.
horsteddy 07.08.2015
5.
Das Foto spricht für den Charakter dieser bösartigen Lobbyistin und Revanchistin.
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