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Schulschiff "Gorch Fock": Riskante Ausbildung

Foto: Carsten Rehder/ dpa

Ermittlungen in Argentinien "Gorch Fock" muss nach Meuterei-Vorwürfen umkehren

Die "Gorch Fock" muss ihre Route ändern: Nach Berichten über eine Meuterei, Nötigung und sogar sexuelle Belästigung an Bord kehrt das Segelschulschiff in seinen letzten Hafen im Süden Argentiniens zurück. Ein Ermittlungsteam ist auf dem Weg dorthin.

Glücksburg/Ushuaia - Was passierte auf der "Gorch Fock"? Nach dem tödlichen Sturz einer Kadettin aus der Takelage im vergangenen November soll es eine Meuterei der Besatzung gegeben haben. Außerdem ist in einem Bericht des Wehrbeauftragten Hellmut Königshaus die Rede von massiver Nötigung der Soldaten, trotz Höhenangst in die Masten aufzuentern - und sogar der Vorwurf der sexuellen Belästigung eines Offizieranwärters steht im Raum

Nun soll ein Ermittlungsteam der Marine den Dingen auf den Grund gehen.

"Das sind schwerwiegende Vorwürfe", sagte Marine-Sprecher Alexander von Heimann. "Wir werden jetzt alles Menschenmögliche tun, um den Sachen nachzugehen und das aufzuklären." Das müsse zügig und mit der gebotenen Sorgfalt geschehen. Die Untersuchungskommission soll nun Gespräche mit allen Beteiligten führen.

Zu diesem Zweck änderte die "Gorch Fock" ihren Kurs und kehrt in ihren letzten Hafen in Argentinien zurück. In Ushuaia solle sie auf ein Ermittlungsteam der Marine warten, sagte Fregattenkapitän Heimann am Donnerstag und bestätigte damit Berichte des NDR. Der Dreimaster werde voraussichtlich am Donnerstagabend gegen 18 Uhr deutscher Zeit ankommen. Wann die Untersuchungskommission an Bord gehen wird, war zunächst unklar.

Im November war eine 25-jährige Soldatin ums Leben gekommen. Die Marine hatte nach dem tödlichen Unfall die Ausbildung auf dem Traditionsschiff abgebrochen und die Offiziersanwärter nach Deutschland zurückgeflogen.

Die SPD will Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) wegen der Vorgänge bei der Bundeswehr vor den Verteidigungsausschuss des Bundestags zitieren. Der Minister müsse bei der nächsten Sitzung am Mittwoch kommender Woche umfassend Auskunft geben, verlangte SPD-Verteidigungsexperte Rainer Arnold in Berlin. Dabei soll es neben den Konflikten auf der "Gorch Fock" auch um die Öffnung von Feldpost-Briefen und den Tod eines Soldaten kurz vor Weihnachten in Afghanistan gehen.

siu/dpa
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