Klöckner gegen Zuckersteuer "Eine ausgewogene Ernährung ist keine Frage des Geldbeutels"

Von der Ärzte-Forderung, einer Zuckersteuer zu erheben, hält Ernährungsministerin Julia Klöckner nichts. Sie bezweifelt, dass eine Fehlernährung durch die künstliche Verteuerung von Lebensmitteln verhindert werden könne.
Ernährungsministerin Julia Klöckner

Ernährungsministerin Julia Klöckner

Foto: Michael Kappeler/ dpa

Ernährungsministerin Julia Klöckner hat die Initiative von 2000 Ärzten in dieser Woche zur Einführung einer Zuckersteuer zurückgewiesen. Die CDU-Politikerin sagte der "Bild am Sonntag" (BamS): "Eine Zuckersteuer klingt vielleicht gut, ob das aber die Fehl- und Überernährung verhindert, ist zu bezweifeln." Durch eine Strafsteuer würden nicht alle gesund, so Klöckner. "Vielmehr müssen wir den Lebensstil und die Gesamtkalorienzahl in den Blick nehmen."

Als Beispiel nannte die Minister eine "bessere Ernährungsbildung von der Kita an, theoretisch wie praktisch". Es gehe ihr um eine stärkere Ernährungskompetenz und auch um eine Reduktion von Salz, Fett und Zucker in Fertiglebensmitteln. Sie sei deshalb bereits im Gespräch mit Herstellern und Verbraucherverbänden.

Die Besteuerung bestimmter Inhaltsstoffe sei auch sozial nicht zu vertreten, sagte Klöckner. "Dann können sich nur noch bestimmte Kreise solche Lebensmittel leisten, ich finde das nicht gerecht."

Für möglich hält es Klöckner, sich in Deutschland gesund und günstig zu ernähren. "Eine ausgewogene Ernährung ist keine Frage des Geldbeutels. Fertigprodukte sind im Vergleich zu Rohwaren oftmals teurer. Wer mit frischen Lebensmitteln selbst kocht, kann sich gesund und durchaus günstig ernähren."

Klöckner kritisierte zudem, dass heute deutlich weniger Geld für Lebensmittel ausgegeben werde als früher. "Mein Eindruck ist, dass viel mehr in die Kücheneinrichtungen investiert wird als in die Nahrungsmittel, die darin zubereitet werden."

Sie wolle den Deutschen nicht vorschreiben, was sie zu essen hätten, sagte Klöckner. Sie selbst versuche, saisonale und regionale Produkte zu kaufen. "Alles jederzeit verfügbar zu haben, ist verlockend. Aber für den ökologischen Fußabdruck ist das nicht ideal."

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