EU-Türkei-Abkommen Erste Syrien-Flüchtlinge in Hannover gelandet

Seit Montagmorgen greift der Flüchtlingspakt mit der Türkei: In Griechenland wurden die ersten Migranten in das Nachbarland abgeschoben, im Gegenzug landeten nun die ersten Asylbewerber in Deutschland.

Syrische Flüchtlinge am Flughafen Hannover
DPA

Syrische Flüchtlinge am Flughafen Hannover


In Hannover sind am Montag die ersten syrischen Flüchtlinge gelandet, die legal auf direktem Weg aus der Türkei in die Europäische Union einreisen durften. 16 Migranten seien am Morgen in einer Linienmaschine gelandet, sagte ein Sprecher der Bundespolizei. Sie würden nun mit einem Bus zunächst in das Erstaufnahmelager Friedland bei Göttingen gebracht, bevor sie auf die Bundesländer verteilt werden.

Gegen Viertel nach zwölf werde ein weiteres Kontingent von 16 Personen erwartet, sagte der Sprecher weiter. Allerdings könne die Zahl noch variieren. Ursprünglich waren rund 40 Flüchtlinge für Montag angekündigt worden.

Das Abkommen der EU mit der Türkei sieht vor, alle seit dem 20. März in Griechenland gestrandeten Flüchtlinge, die dort kein Asyl beantragen, in die Türkei zurückzuschicken. Im Gegenzug will die EU für jeden abgeschobenen Syrer einen syrischen Flüchtling aus der Türkei aufnehmen.

Abschiebungen in Griechenland

Entsprechend hatte am frühen Montagmorgen die Abschiebung von Flüchtlingen aus Griechenland in die Türkei begonnen. Ein Mitarbeiter der europäischen Grenzschutzagentur Frontex sagte SPIEGEL ONLINE, bei den abgeschobenen Flüchtlingen handele es sich um Pakistaner und Bangadeschi. Es sollen zwei Syrer an Bord der Fähren gebracht worden sein, die aber freiwillig mitgefahren seien.

In Griechenland sitzen seit der Schließung der Grenze zu Mazedonien rund 50.000 Flüchtlinge fest. Die Mehrzahl kam vor dem Deal zwischen der Türkei und der EU ins Land. Rund 5000 Flüchtlinge sind erst nach der Vereinbarung angekommen.

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mxw/AFP/Reuters

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