Erzieher-Mangel Kommunen wollen Hilfskräfte in Kitas einsetzen

Eltern haben ab 2013 einen Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz, vielerorts aber fehlen Erzieher. Die Städte und Gemeinden wollen nun ungelernte Hilfskräfte einstellen. Der Kinderschutzbund spricht von einem "katastrophalen Vorschlag".

Kita in Frankfurt an der Oder: Betreuung durch ungelernte Erzieher?
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Kita in Frankfurt an der Oder: Betreuung durch ungelernte Erzieher?


Essen - Die Zeit wird langsam knapp. Ab 2013 sollen für 35 bis 40 Prozent der unter Dreijährigen Betreuungsangebote zur Verfügung stehen. Doch dafür fehlen vor allem in den alten Bundesländern die Erzieher. Um das Ziel überhaupt noch erreichen zu können, will der Städte- und Gemeindebund nun in Kitas Hilfskräfte anstellen, berichten die Zeitungen der "WAZ"-Gruppe. Verbandspräsident Roland Schäfer (SPD) schlägt demnach vor, "vorübergehend auch Hilfskräfte im Sozialen Jahr oder aus dem Bundesfreiwilligendienst zu beschäftigen".

Kinderschutzbund-Präsident Heinz Hilgers sprach laut "WAZ" von einem "katastrophalen Vorschlag, der zu Lasten der Kinder geht". Auch bei anderen Verbänden ist demnach die Sorge groß: "Für eine Übergangszeit wird man punktuell mit Provisorien leben können", sagte Thomas Krüger, Präsident des Kinderhilfswerks. Der Einsatz von Hilfskräften dürfe aber nicht "Einstieg in eine Verschlechterung der Standards" sein. "Für ein Jahr ist das machbar, aber es kann nicht sein, dass ein ganzer Kita-Jahrgang mit Provisorien groß wird", erklärte Krüger.

Die Bundesregierung hatte zuletzt angekündigt, den ins Stocken geratenen Kita-Ausbau mit einem Zehn-Punkte-Programm voranzutreiben. Angedacht sind unter anderem Subventionen für Betriebskindergärten, Hilfen bei Umschulung und Weiterbildung von Erzieherinnen und Tagesmüttern - sowie eine befristete Absenkung von Baustandards. Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) soll das Kita-Programm bis Ende Mai zusammen mit dem Gesetzentwurf zum Betreuungsgeld für daheim erziehende Eltern vorlegen.

In den östlichen Bundesländern ist die avisierte Betreuungsquote von 35 bis 40 Prozent der unter Dreijährigen längst erreicht. Dort liegt sie zwischen 44 und 56 Prozent. Der Westen allerdings hinkt deutlich hinterher.

hda/dpa

insgesamt 89 Beiträge
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prontissimo 26.05.2012
1. So ein Schwachsinn kann nur in D passieren:
Zitat von sysopDPAEltern haben ab 2013 einen Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz - doch vielerorts fehlen Erzieher. Die Städte und Gemeinden wollen nun ungelernte Hilfskräfte einstellen. Der Kinderschutzbund spricht von einem "katastrophalen Vorschlag". http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,835395,00.html
Für die Herdprämie von Kindchen Schröder sind Milliarden da. Für die Erziehung und Betreuung unserer Zukunft gibt es Hiwis ? Ich fass es einfach nicht.
MütterchenMüh 26.05.2012
2. Luxusdebatte
Zitat von sysopDPAEltern haben ab 2013 einen Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz - doch vielerorts fehlen Erzieher. Die Städte und Gemeinden wollen nun ungelernte Hilfskräfte einstellen. Der Kinderschutzbund spricht von einem "katastrophalen Vorschlag". http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,835395,00.html
Der Kinderschutzbund hat nicht alle T.............im Schrank, respektive übertreibt mal wieder maßlos. Kita. Bedeutet x bis max 3 Jahre. In den ersten beiden Jahren geht in erster Linie füttern, sauber halten, anziehen, ausziehen, bespassen, beschäftigen usw. Wenn man das jeder Mutter zutraut, warum dann nicht auch Leuten, die sich dafür freiwillig melden, und aufgrund des sozialen Backgrounds auch geeignet erscheinen. Die Probezeit wird sicher reichen, um die Spreu vom Weizen zu trennen.
lupus_minor 26.05.2012
3. Billige Arbeitsdrohnen......
Zitat von sysopDPAEltern haben ab 2013 einen Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz - doch vielerorts fehlen Erzieher. Die Städte und Gemeinden wollen nun ungelernte Hilfskräfte einstellen. Der Kinderschutzbund spricht von einem "katastrophalen Vorschlag". http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,835395,00.html
Meine Frau ist Erzieherin, und wird seit einigen Jahren von einem befristeten Vertrag zum anderen übergeleitet...nach der zweiten Verlängerung ist dann i.d.R. Schluss, und es geht weiter zum nächsten AG. Dabei ist es keineswegs einfach, als Erzieherin einen neuen Job zu finden, da viele AGs nicht bereit sind, Tariflohn zu zahlen, und sich anstatt für eine Erzieherin, lieber für eine billigere Kinderpflegerin oder Berufsanfängerin entscheiden. Werden nun als "Übergangslösung" Hilfskräfte eingesetzt, so ist für mich abzusehen, dass aus der Ausnahme die Regel werden wird...das heißt, dass man es künftig als Erzieherin noch schwieriger haben wird, da die Jobs dann lieber mit billigen Arbeitsdrohnen- in diesem Fall sog. "Hilfskräften" besetzt werden.....
Morrissey74 26.05.2012
4.
Zitat von sysopDPAEltern haben ab 2013 einen Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz - doch vielerorts fehlen Erzieher. Die Städte und Gemeinden wollen nun ungelernte Hilfskräfte einstellen. Der Kinderschutzbund spricht von einem "katastrophalen Vorschlag". http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,835395,00.html
Die Politik hat sich hier ohne Not selbst in die Bedrouille gebracht. Ab 2013 wird die Horde der unqualifizierten Berufsreproduzierer den Staat mit Klagen überziehen und dem Steuerzahler noch mehr Geld kosten.
spon-facebook-10000336897 26.05.2012
5. Hilfskräfte für Kita
Kein Mensch würde seinen Porsche einer ungelernten Hilfskraft anvertrauen. Der Erziehermangel resultiert meiner Meinung nach aus der schlechten Bezahlung und dem schlechten Image eines der wichtigsten Berufe. In Deutschland werden nur Menschen gesellschaftlich anerkennt wenn sie ein in Euro zu messendes Bruttosozialprodukt erbringen. Was für ein Wahnsinn. Und was sind das für Mütter, die da mitspielen?
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