EU-Kommissar Fischler Keine nationalen Alleingänge


Berlin - Die europäische Agrarpolitik muss aus dem "BSE- Desaster" nach Ansicht von EU-Agrarkommissar Franz Fischler Lehren ziehen. "Der Mensch muss mit der Natur wirtschaften, er darf sich nicht gegen sie stellen", sagte Fischler bei der Eröffnung der Internationalen Grünen Woche in Berlin. Aus Kühen dürften keine "Kannibalen" gemacht werden. Lebensmittel dürften nicht "Lockartikel zur Anhebung des Konsums" eingesetzt werden, sagte Fischler.

Für Qualitäts-Lebensmittel müsse der Verbraucher bereit sein, mehr Geld zu zahlen. Nationale Alleingänge könnten dabei nicht weiterhelfen, warnte Fischler. In der Europäischen Union gebe es keine Grenzbalken mehr. Er sei bereit, mit der neuen Verbraucherschutz- und Agrarministerin Renate Künast (Grüne) konstruktiv zusammenzuarbeiten.

Der EU-Kommissar forderte die Länder auf, den europäischen Plan zur Erhöhung der Lebensmittelsicherheit aus über 80 Punkten umzusetzen. Die EU werde einer Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit einrichten und wolle bessere Information und Transparenz für die Verbraucher. Die Herstellungskette müsse vom Erzeuger bis zum Regal im Supermarkt zurückverfolgt werden können. Wenn in Europa dem Vorbeugeprinzip erfolgreich zum Durchbruch verholfen werde, bestehe die Chance, dies auch in der Welthandelsorganisation zu erreichen.

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