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09. Dezember 2011, 20:53 Uhr

Euro-Gipfel

Westerwelle gibt die Briten noch nicht verloren

Guido Westerwelle setzt trotz der Blockadehaltung von Premier Cameron auf eine Fiskalunion aller 27 EU-Staaten. Die Türen stünden auch den Briten weiterhin offen, sagte der Bundesaußenminister: "Die Überzeugungsarbeit wird weitergehen."

Lissabon - Guido Westerwelle hält es für "bedauerlich, dass nicht alle mitmachen" bei der Fiskalunion. Doch der Außenminister will weiter versuchen, auch die Briten zu überzeugen. "Wir werden nichts unversucht lassen, dass sich alle Länder in der Europäischen Union diesem wichtigen Stabilisierungspaket anschließen", sagte Westerwelle am Freitagabend nach einem Treffen mit seinem portugiesischen Amtskollegen, Paulo Portas, in Lissabon. "Die Überzeugungsarbeit wird weitergehen."

Die EU-Staats- und Regierungschefs hatten sich am Freitag in Brüssel fast geschlossen auf die Gründung einer Fiskalunion verständigt. Einige Länder lenkten nach anfänglichen Bedenken ein und kündigten an, eine Mitwirkung zumindest prüfen zu wollen. Die Briten sperren sich aber weiter vehement gegen eine Änderung des Vertrags von Lissabon.

Die Türen stünden aber weiterhin offen, stellte Westerwelle klar. Der FDP-Politiker begrüßte die Brüsseler Entscheidungen. "Das ist ein geschichtsträchtiger Schritt in Richtung Stabilitätsunion", sagte er in Lissabon. "Aber es ist noch eine Menge zu tun." Er gehe nun davon aus, dass die Beschlüsse zügig umgesetzt werden. "Wir haben keine Zeit zu verlieren."

als/dapd

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