Jagdflugzeug-Absturz Luftwaffe führt kontrollierte Sprengung am  "Eurofighter"-Wrack durch

Nach dem "Eurofighter"-Absturz setzt die Bundeswehr ihre Bergungsarbeiten mit 500 Soldaten fort. Im Wrack einer Maschine vernichtete die Truppe nun kleinere Mengen explosiver Stoffe.

Kampfflugzeuge der Bundeswehr vom Typ "Eurofighter" im Mai 2016 bei einem Testflug
Ralf Hirschberger/ DPA

Kampfflugzeuge der Bundeswehr vom Typ "Eurofighter" im Mai 2016 bei einem Testflug


Bei Bergungsarbeiten an einem der verunglückten "Eurofighter"-Flugzeuge haben mehrere Sprenggeräusche die Anwohner im Sperrgebiet verunsichert. "Das waren am Dienstagabend gezielte Sprengungen an dem Wrack bei Nossentin, damit es gefahrlos geborgen werden kann", sagte die Bürgermeisterin von Nossentiner Hütte, Birgit Kurth. Sie habe mehrere Anrufe besorgter Bürger bekommen.

Ein Sprecher der Luftwaffe bestätigte dies und erläuterte, dass das "Team Flugsicherheit" kleinere Mengen explosiver Stoffe an Bord des Flugzeugwracks vernichtet habe. Dabei handele es sich um ein Sprengstoffnotsystem an der Maschine, deren Pilot ums Leben gekommen war. (Mehr zum Absturz der "Eurofighter "lesen Sie hier.)

Fotostrecke

8  Bilder
"Eurofighter": Der Tag nach dem Absturz

Luftwaffe und andere Bundeswehreinheiten wollen am Mittwoch ihre Such- und Bergungsarbeiten fortsetzen. Mit insgesamt etwa 500 Soldaten - statt bisher etwa 300 - soll das riesige bewachte Sperrgebiet mit den zwei Absturzstellen bei Nossentin und Nossentiner Hütte systematisch abgesucht werden, um Maschinenteile zu finden.

Drei Maschinen aus Laage bei Rostock hatten ein Manöver geflogen, das zur Standardausbildung der Luftwaffe gehöre und laut einem Sprecher der Luftwaffe nicht simuliert werden kann. Dabei stießen zwei Maschinen zusammen und stürzten etwa vier Kilometer Luftlinie voneinander entfernt ab.

Im Video: Bürgermeisterin stellt Tiefflüge infrage

REUTERS

Beiden Piloten gelang es noch, die Schleudersitze zu aktivieren. Ein Pilot überlebte, ein zweiter nicht. Die dritte Maschine flog zurück nach Laage. Zuletzt wurden die Flugdatenschreiber der Eurofighter gefunden. Ein Bundeswehrsprecher teilte mit, er rechne in der kommenden Woche mit ersten Ergebnissen zur Unfallursache.

asa/dpa

insgesamt 65 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
migampe 26.06.2019
1. Bürgermeisterin stellt Landesverteidigung in Frage?
Wenn Piloten unser land im Falle eines Falles verteidigen sollen, so ist es sehr hilfreich, wenn sie das bereits einmal möglichst realitätsnah geübt haben. Und zwar dort, wo es im Ernstfall sein wird. Wie ich hörte, ist das der erste Abstürz eines Eurofighters in Deutschland. Diese Maschinen sind seit 2004 im Einsatz. Daraus jetzt einen Hype zu machen, finde ich krass. In den 70ern war das Münsterland Tieffluggebiet. Da donnerten Phantoms und Starfighter - ja genau: Die Witwenmacher vom Franz-Josef Strauss, die reihenweise vom Himmel fielen! - teilweise mit Überschall über mittelgroße Städte, so tief, daß die Fernsehantennen auf den Häusern (das waren die Drahtgerippe auf den Dächern bevor es Satelittenschüsseln gab) wackelten! Täglich konnte man Luftkampfübungen beobachten. Und jetzt wird nach diesem einen Vorfall die Gafahr herauf beschworen? Da stelle ich gleich einmal die Frage, wieviele Verkehrstote wir denn bisher her durch das gefährliche Auto zu verzeichnen haben? Wo bleibt da der Aufschrei? Es gibt größere Gefahren für die Bundesrepublik als einen Übungsflug mit einem Eurofighter: z. B. Scheur, von der Leyen, Seehofer, Amthor.....
j.vantast 26.06.2019
2. Mangelnde Information
Hätte die Bundeswehr nicht im Vorwege die Bevölkerung über die anstehende Sprengung informieren können? Die Einwohner sind ohnehin schon sehr beunruhigt. Aber es passt zur Bundeswehr. Seien wir froh dass die Bundeswehr nicht wieder mehrere Hektar Waldbrand durch die Sprengung ausgelöst hat.
rainercom 26.06.2019
3. kleinere Mengen explosiver Stoffe.
welche explosive Stoffe? Übmunition? scharfe Munition? Will die BW etwas vertuschen?
pförtner 26.06.2019
4. Übung macht die Perfekte Tötungsmaschine.
Natürlich muss das Fliegen sowie der Luftkampf geübt werden! Die Bundeswehr ist eben kein sicherer Arbeitsplatz wie den jungen Menschen immer vorgegaukelt wird. Auch das Aufspießen eines Menschen mit dem Bajonett muss geübt werden.
maxheadroom1900 26.06.2019
5. Anwohner Info
Kann ja wohl nicht wahr sein, dass die Anwohner nicht im Vorwege über die Sprengungen informiert worden sind. Es wird nicht besser und schon gar nicht professioneller im der Bundeswehr...
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.