"Eurofighter"-Absturz Mit Nachtsichtgeräten auf der Suche nach Wrackteilen

Warum stürzten die beiden "Eurofighter" ab? Noch immer ist die Ursache des tödlichen Unglücks über Mecklenburg unklar. Auch in der Nacht wurden die Ermittlungen fortgesetzt.

Brennender "Eurofighter" über der Mecklenburgischen Seenplatte
Thomas Steffan/ DPA

Brennender "Eurofighter" über der Mecklenburgischen Seenplatte


Mehr als 300 Angehörige der Bundeswehr sind inzwischen in Mecklenburg-Vorpommern daran beteiligt, nach Wrackteilen zu suchen und die Absturzstellen der beiden "Eurofighter" abzusichern. Dabei kamen nach Angaben eines Luftwaffensprechers auch Nachtsichtgeräte und starke Scheinwerfer zum Einsatz.

Bei Luftkampfübungen waren zwei Eurofighter über der Mecklenburgischen Seenplatte zusammengestoßen und mehrere Kilometer voneinander entfernt abgestürzt. Beiden Piloten gelang es zwar noch, die Schleudersitze zu aktivieren. Doch wurde ein Pilot getötet. Der zweite überlebte das Unglück und wurde verletzt in ein Krankenhaus gebracht. Angaben zu dessen Gesundheitszustand und zum Alter der beiden Piloten machte der Sprecher nicht. Der Zusammenstoß gilt als das schwerste Unglück der Bundeswehr in Deutschland seit Jahren. Zivile Opfer gab es nicht.

Die Bundeswehrangehörigen ersetzen die rund 200 Polizeibeamten, die am Montagnachmittag unmittelbar nach den Abstürzen mit der Suche nach den Piloten und der Sicherung der Unglücksorte begonnen hatten, am späten Abend dann aber abgezogen wurden.

Video zum "Eurofighter"-Unglück

Zuma Press/ Picture Alliance

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hatte am Montag den Unglücksort besucht und ihre Trauer über den Verlust der Soldaten bekundet. Die Maschinen gehörten zum Luftwaffengeschwader 73 "Steinhoff", das in Laage bei Rostock stationiert ist. Dessen Hauptaufgabe ist die Ausbildung der deutschen "Eurofighter"-Piloten. Trainingsflüge führen den Angaben zufolge regelmäßig ins Gebiet der Seenplatte.

Das Manöver wird nach SPIEGEL-Informationen so realistisch wie möglich geflogen. Meist, so hieß es aus Militärkreisen, wechseln sich die beiden "Jäger" hinter dem verfolgten Flugzeug ab. Dabei müssen sich die Piloten genau absprechen, damit sie nicht kollidieren. In dieser Situation könnte es zu dem fatalen Unfall gekommen sein. Zunächst hatte es unter anderem Vermutungen gegeben, die Maschinen hätten sich in der Luft nur leicht berührt.

Die Unglücksstellen befinden sich in der Nähe des Drewitzer Sees rund 35 Kilometer südöstlich von Güstrow. Eines der beiden Flugzeuge stürzte laut Verteidigungsministerium nahe der Ortschaft Jabel (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) in ein Waldstück. Das andere sei südlich der Ortschaft Nossentiner Hütte an einem Waldrand abgestürzt.

als/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.