"Eurofighter"-Unglück Bundeswehrpilot bei Kampfjet-Absturz in Mecklenburg gestorben

Zwei "Eurofighter" der Bundeswehr kollidierten in der Luft und stürzten ab. Jetzt hat die Luftwaffe den Tod eines der Piloten gemeldet, der versucht hatte, sich mit dem Schleudersitz zu retten.

Zuma Press/ Picture Alliance

"Eurofighter"-Unglück in Mecklenburg: Wie die Luftwaffe meldet, ist bei dem Absturz zweier Kampfjets nahe Güstrow in Mecklenburg-Vorpommern einer der Piloten ums Leben gekommen. Er und sein Kollege hatten sich nach der Kollision ihrer Jets mit dem Schleudersitz aus den Maschinen befreit. Der überlebende Pilot war am Nachmittag aus einer Baumkrone gerettet worden.

Die Jets gehörten zum Luftwaffengeschwader "Steinhoff" in Laage in der Nähe von Rostock. Insgesamt waren drei "Eurofighter" gemeinsam in für die Übung gesperrtem Luftraum unterwegs. Das Unglück geschah um 14 Uhr bei einer Luftkampfübung, als sich die beiden Jets aus noch unbekannter Ursache berührten. Der dritte Pilot gab an, er habe anschließend zwei Fallschirme niedergehen sehen.

"Die 'Eurofighter' stießen in der Luft zusammen und stürzten dann ab", bestätigte ein Sprecher der Bundeswehr dem SPIEGEL. Beiden Piloten war es demnach gelungen, nach der Kollision die Schleudersitze zu betätigen und sich aus den Flugzeugen zu sprengen.

"Tage der Trauer": Von der Leyen verspricht Aufklärung

Die Unglücksstellen befinden sich in der Nähe des Drewitzer Sees rund 35 Kilometer südöstlich von Güstrow. Eines der beiden Flugzeuge stürzte laut Verteidigungsministerium nahe der Ortschaft Jabel (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) in ein Waldstück. Das andere sei südlich der Ortschaft Nossentiner Hütte an einem Waldrand abgestürzt.

Der überlebende Pilot war bereits kurz nach dem Unglück lebend geborgen worden, sein Fallschirm hatte sich in einem Baum verfangen. Am Nachmittag hatte dann die Polizei Neubrandenburg von einem Leichenfund nahe der Ortschaft Silz berichtet. Am Abend bestätigte die Luftwaffe dann den Tod eines ihrer Kampfpiloten bei dem Absturz.

Bei dem Absturz hat es nach Angaben des Inspekteurs der Luftwaffe, Ingo Gerhartz, keine zivilen Opfer gegeben. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen kündigte am Montag einige hundert Meter von einem der Absturzorte nahe Nossentin entfernt eine genaue Aufklärung des Unglücks an.

REUTERS

"Heute ist der Tag der Trauer und des Schmerzes über den Verlust unseres Soldaten", sagte sie. Die Politikerin war dort mit dem Inspekteur der Luftwaffe sowie Landesinnenminister Lorenz Caffier (CDU) eingetroffen. Zusammen besuchten sie die eigentliche Absturzstelle ohne Journalisten.

cht/dpa



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